Sicherheitsvorkehrungen:Aufgebot für acht Mal G 7

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Vor dem G7-Gipfel

Mannschaftswagen vor Bergkulisse: Die Polizei ist mit einem Großaufgebot beim G-7-Gipfel in Elmau.

(Foto: dpa)

Rund um das Gipfeltreffen auf Schloss Elmau zeigt sich: Zu viele Polizeikräfte sind manchmal auch nicht besser als zu wenige.

Glosse von Matthias Köpf, Garmisch-Partenkirchen

Am Mittwoch, so teilte es das bayerische Innenministerium mit, wird Minister Joachim Herrmann in München eine Veranstaltung namens "SicherheitsExpo 2022" eröffnen, und zwar um 10 Uhr in der Messe. Die eigentliche Messe, wenn nicht das Hochamt aller nur denkbaren Sicherheitsvorkehrungen wird dann aber gerade gelesen sein. Denn wenn bei jener Expo in München das Angebot "von Zutrittskontrollen über Brandschutz und Videoüberwachung bis hin zu Freilandüberwachung und Alarmanlagen" reicht, dann reicht das Aufgebot rund um Elmau und Garmisch-Partenkirchen vermutlich nicht nur bis Dienstag, sondern für ganz 2022 und wohl auch gleich noch für die nächsten acht G-7-Gipfel.

Wie jedes richtige Hochamt hat der Gipfel am Sonntag begonnen, doch schon am Vorabend gab es einen kleinen Vorgeschmack. An einer Bushaltestelle vor dem Garmischer "George C. Marshall Center" der US-Streitkräfte war etwas gefunden worden, was die Polizei einen "verdächtigen Gegenstand" nannte, bis sich ein Sprengstoffexperte in voller Schutzmontur herangetastet und ihn als Stickset mit Blumenmotiv zum Selberbasteln identifiziert hat. Für Joe Biden wird es kaum gedacht gewesen sein, auch wenn eine halbe Stunde später, als Biden noch im Flieger saß, eine Fahrzeugkolonne mit dem "Beast" des Präsidenten ins Marshall-Center bog. Aber hinterher ist man immer gescheiter. Das gilt für verdächtige Gegenstände genauso, wie es natürlich auch für den ganzen Gipfel gilt.

Die Polizei könnte aus dem Vorfall aber zum Beispiel lernen, dass zu viele Kräfte manchmal auch nicht besser sind als zu wenige. Nicht weil die Hälfte aller Fahrzeuge, die von Bereitschaftspolizisten etwa aus Berlin und Hessen von der B23 geleitet wurden, sowieso andere Polizeiautos waren. Sondern weil eine der offenbar ortsunkundig improvisierten Umleitungsstrecken ein Feldweg gewesen ist.

Vor lauter verschiedenen Einheiten, viel zu viele für eine gemeinsame Funkfrequenz, wusste zudem ziemlich lange kaum jemand zu sagen, was eigentlich los war. Dabei sitzen allein im Führungsstab im Eissportzentrum 100 Polizisten vor ihren Bildschirmen und können sich die rote Staulinie aus den Navigationsdiensten auch auf eine 40 Quadratmeter große Videowand einblenden. Was darauf bis Dienstag sonst noch aufscheinen wird, muss sich zeigen.

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