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Vorfall in Fürth:Gaffer würgt Polizisten nach Unfall

Bei dem Zusammenstoß in der Fürther Innenstadt werden drei Menschen verletzt. Als ein Polizist einen mutmaßlich filmenden Gaffer auffordert zu gehen, wird der Mann gewalttätig.

Ein mutmaßlicher Gaffer, der einen Unfall in Fürth gefilmt und einen Polizisten gewürgt haben soll, hat für sein Verhalten mindestens zwei Anzeigen kassiert. "Gegen ihn wurden erstmal zwei Verfahren eingeleitet: Wegen tätlichen Angriffs auf einen Polizeibeamten und wegen Widerstands gegen einen Vollstreckungsbeamten", sagte ein Polizeisprecher am Dienstag.

Der 27-Jährige hatte demnach am Montag in Fürth nach einem Zusammenstoß zwischen einem Polizeiauto und einem Kleinbus Aufnahmen mit seinem Mobiltelefon gemacht. Bei dem Unfall in der Fürther Innenstadt wurden drei Menschen verletzt. Die Beamten waren mit Blaulicht und Martinshorn auf dem Weg zu einem Einsatz gewesen, wie die Polizei mitteilte. Aus zunächst ungeklärter Ursache kam es auf einer Kreuzung dann zu der Kollision. Durch die Wucht des Aufpralls kippte der Bus auf die Seite und kam auf der Fahrerseite zum Liegen. Der Fahrer (62) wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gefahren. Die beiden Polizisten im Streifenwagen erlitten mittelschwere Verletzungen und wurden ebenfalls in einer Klinik versorgt.

Am Rande der Rettungsmaßnahmen kam es dann zu dem Zwischenfall. Der 27-jähriger begann mutmaßlich mit einem Mobiltelefon das Geschehen zu filmen. Nachdem er von einem Polizeibeamten aufgefordert worden war, zu gehen und mit dem Filmen aufzuhören, griff er laut Polizei den Beamten an und würgte ihn. Den Angaben zufolge konnte der Mann erst unter Einsatz körperlicher Gewalt zu Boden gebracht werden. Sowohl der 27-Jährige als auch der angegriffene Beamte wurden leicht verletzt.

Der mutmaßliche Gaffer wurde kurzzeitig festgenommen. Möglicherweise muss er sich auch wegen der Bildaufnahmen verantworten. "Derzeit wird geprüft, ob er die Opfer gegen ihren Willen tatsächlich gefilmt hat", sagte der Sprecher. Der Straftatbestand Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen könne mit einer Geldbuße oder bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden.

Bei dem Unfall selbst verletzte sich der Kleinbusfahrer schwer, die beiden Polizisten im Streifenwagen mittelschwer.

© SZ.de/dpa/mmo

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