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Mittelfranken:Fürth verbietet zahlreiche Demonstrationen von Corona-Leugnern

Polizei weist Kritik am Einsatz bei Corona-Demo zurück

Am Mittwoch hat bereits die Stadt Nürnberg Anti-Corona-Demos verboten - auch, um Bilder wie hier vom 3. Januar, als Hunderte Menschen in Nürnberg teils ohne Abstand und Maske protestierten, zu verhindern.

(Foto: dpa)

An die 30 Anmeldungen sind bei der Stadt eingegangen. Eine Sprecherin spricht von einer konzertierten Aktion von Veranstaltern - die zum überwiegenden Teil nicht einmal aus Mittelfranken kommen.

Von Clara Lipkowski

Nach Nürnberg und Stein hat am Sonntag auch die Stadt Fürth kurzfristig Demonstrationen verboten, die aus dem Kreis von Gegnern der Corona-Maßnahmen angemeldet wurden. "An die 30 Anmeldungen" seien seit Samstag bei der Stadt eingegangen, sagte Sprecherin Susanne Kramer am Sonntag auf Nachfrage. Dies sei eine "konzertierte Aktion" von Veranstaltern, die bis auf einen nicht in Mittelfranken wohnten und teils polizeibekannte Corona-Leugner seien, teilte sie weiter mit.

Unter anderem hatten Organisatoren unter "Gegen Laschet als CDU-Chef" Versammlungen angemeldet. Die Ähnlichkeit und der Zeitpunkt der Anmeldungen hätten gezeigt, "dass es sich um Versammlungen gegen Corona-Maßnahmen handelte, mit denen das Verbot in den Nachbarstädten umgangen werden sollte", so Kramer.

Am Mittwoch hatte zunächst Nürnberg und am Donnerstag das Landratsamt Fürth für die Stadt Stein Anti-Corona-Demos verboten, auch, um Bilder vom 3. Januar, als Hunderte Menschen in Nürnberg teils ohne Abstand und Maske protestierten, zu verhindern. Das Verbot von Stein landete kurzerhand vor einem Verwaltungsgericht und dann vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof. Beide Instanzen bestätigten Ende der Woche das Vorgehen.

Um nun doch noch auflaufen zu können, modelten die Organisatoren Versammlungen kurzerhand zu einem "Gottesdienst" um. Diese dürfen derzeit stattfinden, allerdings nur von anerkannten Religionsgemeinschaften organisiert. Die evangelische und katholische Kirche in Nürnberg distanzierte sich deutlich.

© SZ.de/mmo/van
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