Schneemassen in BayernSchneelast, Stromausfall, Unfälle: Die Folgen des Winterwetters

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Alles weiß: Der viele schwere Schnee kann allerdings auch Gefahren mit sich bringen.
Alles weiß: Der viele schwere Schnee kann allerdings auch Gefahren mit sich bringen. Daniel Löb/dpa
  • Seit Sonntag führt schneit es vor allem im Norden Bayern anhaltend.
  • Nürnberg und Würzburg schließen ihre Friedhöfe wegen Schneelast auf Bäumen, mehrere Kommunen warnen vor Lebensgefahr in Wäldern und Parks.
  • In den bayerischen Alpen herrscht trotz Neuschnee nur mäßige Lawinengefahr.
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Der Nürnberger Energieversorger meldet Stromausfälle, Friedhöfe werden geschlossen. Eine Frau wird von einem Ast erschlagen. Die Gemeinden warnen deshalb vor dem Aufenthalt im Wald und in Parks. Ein Überblick.

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Seit Sonntag schneit es vor allem im Norden Bayerns heftig und lang anhaltend. Vor allem in Franken bringt die Schneelast Probleme mit sich. So stürzen etwa Bäume wegen der Schneelast um – und landen auf Stromleitungen: Deswegen hat der Nürnberger Energieversorger N-Ergie in der Nacht fünf Stromausfälle registriert. Betroffen sei vor allem das stark bewaldete Nürnberger Land gewesen, teilte ein Sprecher mit.

In Forth (Landkreis Erlangen-Höchstadt) und in umliegenden Dörfern sei am Montagabend der Strom ausgefallen, nachdem ein Baum in eine Freileitung gefallen sei und diese beschädigt habe, hieß es weiter. Die meisten Orte wurden nach etwa 45 Minuten durch Umschaltungen wieder mit Strom versorgt, ein kleiner Gemeindeteil erhielt zunächst Strom über ein Notstromaggregat.

Weitere Stromausfälle gab es im Bereich Oberferrieden (Landkreis Nürnberger Land), im Nürnberger Stadtteil Brunn, in Leinburg und in Kirchensittenbach (Landkreis Nürnberger Land). Teils schnitten Techniker und die Feuerwehr die Leitungen frei, um die Menschen wieder mit Strom zu versorgen.

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Zugstrecken im Raum Nürnberg gesperrt

Wegen umgestürzter Bäume auf Gleisen sind mehrere Zugstrecken im Raum Nürnberg gesperrt worden. Es komme zu massiven Beeinträchtigungen, teilte die Deutsche Bahn (DB) auf ihrer Webseite mit. Auf der S-Bahn-Strecke zwischen dem Nürnberger Hauptbahnhof und Neumarkt in der Oberpfalz über Feucht fahren demnach seit Mittag keine Züge mehr. Die Strecken zwischen dem Nürnberger Hauptbahnhof und Hersbruck, Lauf an der Pegnitz und Hartmannshof sowie Neunkirchen am Sand und Simmelsdorf-Hüttenbach wurden demnach bereits in der Nacht gesperrt.

Laut DB waren die Bäume teils wegen der hohen Schneelast umgestürzt und auf die Gleise gefallen. Die Streckensperrung zwischen Nürnberg und Neumarkt soll noch bis zum Abend andauern. Dort gibt es laut Bahn keinen Ersatzverkehr. Die übrigen Strecken könnten noch bis in die Nacht gesperrt bleiben. Den Angaben nach fahren dort ersatzweise Busse oder Großraumtaxen.

Nürnberg und Würzburg schließen Friedhöfe

Wegen der Schneelast auf den Bäumen hat die Stadt Nürnberg den Süd- und Westfriedhof aktuell geschlossen. Aus Sicherheitsgründen wurden die beiden Friedhöfe am Dienstag gesperrt, teilte die Stadt mit. Die Wege seien zwar frei, auf den Ästen des dichten Baumbestands hätte sich jedoch eine große Schneelast gebildet. Trauerfeiern und Beisetzungen könnten stattfinden – die Gäste sollten aber am Haupteingang warten, damit sie abgeholt werden können.

Die Vorsichtsmaßnahme wurde nicht ohne Grund getroffen: Am Montagmorgen war in Nürnberg eine Frau von einem herabfallenden Ast tödlich getroffen worden. Passanten hätten die 77-Jährige am im Stadtteil Langwasser leblos am Boden liegend gesehen, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken. Zu diesem Zeitpunkt sei die Verletzte aufgrund des starken Schneefalls bereits leicht eingeschneit gewesen. Einige Stunden später sei sie dann im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen. Ob der etwa fünf Meter lange Ast mit seinen rund 25 Zentimetern Durchmesser aufgrund von Schneemassen auf die Frau fiel, sei noch Gegenstand der Ermittlungen, sagte der Polizeisprecher weiter.

In Würzburg hat die Kommune ihre städtischen Friedhöfe wegen der Schneebruchgefahr ebenfalls geschlossen. Wie eine Sprecherin mitteilte, können auch dort die terminierten Bestattungen trotzdem stattfinden.

Gefahr für Jugendhotel

Ebenfalls in Nürnberg haben sich mehrere schneebedeckte Bäume bedrohlich in Richtung eines Jugendhotels geneigt. Wie die Feuerwehr mitteilte, waren unter dem Dach zu diesem Zeitpunkt mehrere Schulklassen in Zimmern untergebracht. Zusammen mit einem Förster entschlossen sich die Einsatzkräfte am Montag dazu, die Bäume vom Schnee zu befreien. Dadurch wurde die Gefahr für das Gebäude beseitigt, die Kinder konnten weiter in der Unterkunft bleiben.

Mehrere fränkische Kommunen haben vor den Gefahren im Wald und in Parks gewarnt. Bei Waldspaziergängen drohe Lebensgefahr, heißt es von der Stadt Bayreuth. Äste und Baumkronen könnten unter der Schneelast brechen. „Auch ganze Bäume können umstürzen.“

Hund Oskar versinkt bis zum Bauch im Schnee.
Hund Oskar versinkt bis zum Bauch im Schnee. Daniel Löb/dpa
Autofahrer mussten in den vergangenen Tagen früher aufstehen, um ihre Fahrzeuge von Schnee und Eis zu befreien.
Autofahrer mussten in den vergangenen Tagen früher aufstehen, um ihre Fahrzeuge von Schnee und Eis zu befreien. Davide Elias/IPA Photo/Imago

Die Städte Nürnberg und Würzburg empfehlen deshalb, Wälder und Parks zu meiden. Der Nürnberger Feuerwehr zufolge besteht auch die Gefahr von Dachlawinen. Wegen des Niederschlags und des leichten Tauwetters könnte der schwere Schnee von Hausdächern abrutschen.

Auch in Forchheim rät die Stadtförsterei den Menschen zur Vorsicht im Wald. Die Forststraßen seien nicht geräumt und unter der Schneeschicht könnten dicke Eisplatten liegen, teilte die Stadt mit. Neben abbrechenden Ästen und umstürzenden Bäumen seien diese eine tückische Gefahr. Rettungsfahrzeuge hätten bei Unfällen aber Probleme durchzukommen.

Lawinengefahr: mäßig

Trotz des jüngsten Schneefalls herrscht laut Lawinenwarndienst Bayern in den bayerischen Alpen selbst oberhalb von 1800 Metern nur mäßige Lawinengefahr. Die Lawinenexperten gaben die Warnstufe zwei auf der fünfteiligen Skala auf, für die niedriger gelegenen Gebiete sogar nur Stufe eins, also geringe Gefahr.

Trotzdem warnen die Lawinenexperten: Das Hauptproblem sei derzeit der Triebschnee, der sich auf teils verharschten Schneeschichten gesammelt habe. Kleine Schneebrettlawinen könnten durch geringe Zusatzbelastung – etwa durch einen Skifahrer – im steilen Gelände in Kammnähe ausgelöst werden, gefährdet seien auch Rinnen und Mulden.

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