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Franken:Bella Söder - ein Leben als Ministerhund

Bella lebt, obwohl sie wohl in einen Versuch zur Bettwanzenbekämpfung geraten ist. Das Bekennervideo zeigt einen Mann um die 50.

Glosse von Olaf Przybilla

Die beste Nachricht der Woche: Bella lebt, sie hat die Attacken eines Mannes womöglich nicht schadlos überstanden, aber immerhin so, dass bleibende Schäden nicht dringend zu befürchten sind. Anfang der Woche wurde das Schicksal dieser jungen Hündin bekannt, sie hat Zehntausende im Netz bewegt.

Bella wurde in ein Anwesen am Ostrand des Nürnberger Stadtwalds geboren, wer dort zu Hause ist, konnte das Tier nicht ahnen. Auf einem wackeligen Facebook-Video ist ein Mann um die 50 zu sehen, nach SZ-Informationen soll es sich um den Hundehalter handeln. Dem Dialekt nach zu urteilen, ist der Mann gebürtiger Franke, in dem Bekennervideo macht er keinen Hehl daraus, dass er das Tier in seiner Gewalt hat.

Der Film beginnt überfallartig mit der Mitteilung, das Tier sei nicht das einzige, das in seine Fänge geraten sei. "Wir haben wieder Nachwuchs erhalten", sagt der Mann. Er habe bereits "die Labradordame Fanny", nun komme Bella hinzu, ein "Minidobermann". Auf dem Video ist nicht nur zu erkennen, wie der Mann das Tier mit dem Anblick einer hundekopfgroßen Armbanduhr quält.

Dokumentiert ist auch, wie er hemmungslos im Fell seines wehrlosen Opfers herumfuhrwerkt, als wäre die Hündin in einen Tierversuch zur akuten Bettwanzenbekämpfung geraten. Zudem bekennt der Mann, er halte in der Nacht seinen Finger in Richtung des offenbar am Bett ruhenden Tieres, ein erschreckendes Detail angesichts der Proportionen von Finger- und Hundegröße.

Nach eigenen Angaben auf Facebook handelt es sich bei dem Mann um "eine Person des öffentlichen Lebens". Sie soll in den vergangenen Jahren hintereinander mehrere bayerische Ministerien als Chef terrorisiert haben. SZ-Recherchen ergaben zudem, dass der Mann sich offenbar zur Tarnung als Gandhi und Shrek, zuletzt auch als Stoiber maskiert hat.

© SZ vom 19.03.2016/infu
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