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Forstwirtschaft:Frankenwald stark bedroht

Höllental im Frankenwald

Bedrohte Idylle im Frankenwald: Der Blick ins Höllental zeigt noch zahllose Nuancen von Grün.

(Foto: Nicolas Armer/dpa)

Durch seine Lage ist er besonders vom Klimawandel betroffen

Der Frankenwald gehört aus Sicht von Forstleuten zu den am stärksten bedrohten Wäldern in Deutschland. Alle Wälder leiden unter dem fortschreitenden Klimawandel, sagte Ulrich Dohle vom Bund Deutscher Forstleute. Aber durch ihre Lage seien der Frankenwald, der Harz, das Sauerland sowie der Thüringer Wald besonders betroffen. Durch die Dürren der vergangenen Jahre seien die Bäume trockener und instabiler geworden, erklärte Dohle. Bei vermehrt auftretenden starken Stürmen würden sie deshalb schnell umkippen. Auch der schädliche Borkenkäfer habe sich immer weiter vermehrt. Deutschlandweit seien in den vergangenen drei Jahren 300 000 Hektar Wald abgestorben - eine Fläche größer als das Saarland.

Von einem Betretungsverbot hält Dohle nichts: "Das würde dem Wald nichts nützen. Besucher im Wald sind kein Problem, sondern ein Mehrwert". Beispielsweise werden die meisten Brände in Wäldern durch Spaziergänger gemeldet. Liegengelassener oder illegal entsorgter Müll sowie brennende Zigaretten seien ein Problem, aber kein Massenphänomen. Bei einem Treffen des Bundes der Forstleute in Göttingen wurden unter anderem Strategien besprochen, wie man die Waldkrise bewältigen kann. Aus Sicht des Bundes fehlt es vor allem an Personal, das die Wälder umbauen und fit für die Zukunft machen könne. Um die Wälder zu retten, sei aber auch jeder einzelne gefragt, sagte Dohle. "Waldpflege ist eine Generationenaufgabe, das geht nicht von heute auf morgen."

© SZ vom 26.10.2020 / dpa
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