Flüchtlingsunterkunft:Aussage gegen Aussage

Betreiber weisen Vorwürfe der Ruhpoldinger Asylbewerber zurück

Seit fast zwei Wochen lagern 27 Asylbewerber aus Afghanistan und Pakistan vor der Münchner Bayernkaserne, weil sie nicht in ihre Unterkunft in Ruhpolding zurück wollen. Die Betreiber dieser Unterkunft, die dort und in zwei anderen Häusern insgesamt etwa 120 Flüchtlinge beherbergen, weisen alle Vorwürfe der Gruppe zurück. Für die Männer sei stets mit frischen Zutaten gekocht worden, niemand müsse im Keller schlafen, niemand sei beschimpft oder bedroht worden, Krankheiten würden ernst genommen.

Den Konflikt mit den Männern führen die Betreiber auf gruppendynamische Prozesse und die generell schwierige Lage der Asylbewerber zurück. Hinzu komme, dass ihre oft überzogenen Hoffnungen und Ansprüche an ein Leben in Deutschland enttäuscht würden. Die Männer würden von Verwandten in den Herkunftsländern, Schleusern und anderen Flüchtlingen unter Druck gesetzt. Ein Protest wie vor der Bayernkaserne gelte wiederum ihnen als einziges Druckmittel. Die 27 Männer hingegen beharren darauf, dass sie in Ruhpolding unerträglich behandelt würden.

Das Landratsamt Traunstein kennt die Vorwürfe, weiter äußerte es sich zunächst nicht. Bei den Flüchtlingshelfern im Ort hat die Unterkunft keinen schlechten Ruf, die Betreiber gelten als sehr engagiert. Was im Einzelnen vorgefallen sei oder nicht, könne man von außen aber kaum einschätzen, sagt Familienreferentin Maria Haßlberger. Die Helfer versuchen, die Flüchtlinge zur Rückkehr nach Ruhpolding zu bewegen. Ein Aussprache mit den Betreibern ließen die Männer aber platzen.

© SZ vom 13.06.2016 / kpf
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