Finanzen Spielbanken bleiben im Minus

Freistaat muss bei einigen Beteiligungen draufzahlen

Die bayerischen Spielbanken fuhren 2017 ein Minus von 1,62 Millionen Euro ein. Vor einem Jahr wagte Albert Füracker (CSU), damals noch Finanzstaatssekretär, die Prognose, die staatlichen Spielbanken könnten in Zukunft schwarze Zahlen schreiben. Sie erwies sich als zu optimistisch, wie der neue Beteiligungsbericht der Staatsregierung zeigt.

Füracker ließ sich damals von den Zahlen für das Jahr 2016 zu seiner Aussage hinreißen, als die Spielbanken überraschend kein Defizit aufwiesen. Dies lag aber vor allem an einer Rückzahlung von Spielbankrückgaben von 4,7 Millionen Euro, die 2017 fehlte. Trotz einer Senkung der Spielbankabgaben und eines Zuschusses des Freistaats von 2,2 Millionen Euro konnten die Spielbanken 2017 nicht wirtschaftlich arbeiten. Etwa 670 000 Gäste besuchten 2017 eine der neun staatlichen Spielbanken in Bayern, etwas weniger als 2016. Der Bruttospielertrag war mit 64,7 Millionen Euro etwa so hoch wie im Vorjahr.

Ein hohes Minus weist zudem das Haus der Kunst in München auf. Das Defizit beläuft sich 2017 auf mehr als eine Million Euro und damit auf doppelt so viel wie im Vorjahr. Als Gründe werden in dem Bericht hinter den Erwartungen zurückgebliebene Eintrittserlöse genannt, sowie die Kosten für eine Interimsgeschäftsführung. Nachdem das Museum massive Geldprobleme aufwies, wird es seit Herbst 2017 von einer Doppelspitze geführt. Auch der Skandal um den ehemaligen Leiter des Museums und seine Vergangenheit als Scientologe dürfte zu der finanziellen Schieflage geführt haben. Im Beteiligungsbericht wird der erhöhte Geldbedarf mit einer "Organisationsuntersuchung" erklärt. Auffallende Verluste von mehr als 700 000 Euro machte auch die Bayerngrund, ein Dienstleistungsunternehmen für Kommunen bei Baumaßnahmen. Aufgrund einer Entscheidung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht fehlten wichtige Einnahmen. Die Frauenquote in den 70 Unternehmen, an denen der Freistaat beteiligt ist, liegt weiter auf einem niedrigen Niveau. Von 112 Vorstands- und Geschäftsführerpositionen waren nur 16 mit Frauen besetzt. Der Frauenanteil von etwa 14 Prozent hat sich seit 2016 kaum verändert.