Bayreuth (dpa) - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will an der Tradition festhalten, dass ein Mitglied der Wagner-Familie die Bayreuther Festspiele leitet. „Ich kann mir Wagner ohne Wagner nicht vorstellen“, sagte er nach der Eröffnung der Bayreuther Festspiele am späten Dienstagabend.
Am Vormittag hatte das bayerische Kabinett beschlossen, dass der Freistaat sich künftig finanziell noch stärker bei den Festspielen engagieren will. „Wir wollen, dass Bayreuth weiter die erste Adresse für Wagner ist“, begründete Söder bei seinem Staatsempfang am Abend diesen Schritt. Festspiel-Chefin Katharina Wagner sagte, diese Ankündigung mache sie sehr glücklich, „das ist ein Bekenntnis zu den Bayreuther Festspielen“.
Bislang sind Bund, Bayern und die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth (GdF) mit je 29 Prozent der Anteile gleichberechtigte Gesellschafter und geben etwa drei Millionen Euro pro Jahr für den Festspiel-Betrieb. Die Stadt Bayreuth hält die restlichen Anteile. Der Förderverein der „Freunde“ hat Ende 2022 angekündigt, künftig wegen geringerer Einnahmen weniger zahlen zu können. Nach den aktuellen Plänen der Staatsregierung soll das Land Bayern 37 Prozent der Gesellschafteranteile übernehmen, ebenso viel soll der Bund übernehmen. Für die Mäzene der „Freunde“ blieben dann 13 Prozent.
Am späten Dienstagnachmittag waren die Festspiele mit einer Neuproduktion von „Parsifal“ eröffnet worden. Seit Gründung des Festivals vor fast 150 Jahren steht ein Familienmitglied an der Spitze. Vor Katharina Wagner leitete ihr Vater Wolfgang, Enkel Richard Wagners (1813-1883), die Festspiele.
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