Was hätte da nicht alles schiefgehen können. Unwetter über dem See, Mückenschwärme, die Konzertgäste auf dem Weg zum Schloss fressen, aggressive Diskussionen über Fassungsfragen. Und dann kommt Kent Nagano auch noch auf die Bühne und merkt: „Es gibt ein kleines Problem!“ Er verlässt den Saal und kehrt, nunmehr die Partitur zu Schumanns Violinkonzert in Händen, zurück. Es wird das einzige Problem an diesem Abend bleiben, denn das Wetter könnte besser nicht sein, die Mücken knabbern höchstens ein wenig an den Gästen, und Naganos Kunst der Orchester-Dramaturgie macht sogar die überlange Bruckner-Symphonie („Romantische“) in der Fassung von 1874 packend.
Festspiele HerrenchiemseeSeelenverwandte im Spiegelsaal
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Dirigent Kent Nagano und Solist Shunske Sato bringen Bruckners uferlose Vierte und Schumanns Violinkonzert mit Bravour zusammen.
Kritik von Paul Schäufele
