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FDP fordert Ausbau:Nur eine Anlaufstelle für Pädophile

Die FDP wirft der Staatsregierung zu wenig Engagement im Kampf gegen sexuellen Missbrauch vor. Menschen mit pädophilen Neigungen, die nicht zum Täter werden wollen, erhielten in Bayern kaum Hilfe, diesen Schluss zieht der FDP-Landtagsabgeordnete Dominik Spitzer aus einer Antwort der Staatsregierung auf eine Anfrage von ihm. Demnach gibt es in Bayern derzeit nur eine Anlaufstelle für Hilfesuchende in Bamberg, nachdem das Programm "Kein Täter werden" an der Universität Regensburg nach neun Jahren Mitte 2019 geschlossen wurde. "Das ist fatal. Wenn wir unsere Kinder besser vor sexuellen Übergriffen schützen wollen, müssen wir vor allem präventiv tätig werden", sagt Spitzer. Menschen mit pädophilen Neigungen könnten mithilfe von Beratungsstellen lernen, ihre sexuelle Veranlagung unter Kontrolle zu halten. Der Bedarf sei vorhanden. Wie die Staatsregierung mitteilt, fanden jedes Jahr Erstgespräche im zweistelligen Bereich statt, 2012 waren es 52, 2018 dann 23. Bis zum 30. September 2018 hatten insgesamt 114 Betroffene eine Therapie in Regensburg begonnen. Die Staatsregierung wies darauf hin, dass die Anlaufstelle in Bamberg für Betroffene aus ganz Bayern zur Verfügung stehe. Zudem kündigte sie an, dass die Errichtung weiterer Standorte, etwa in Regensburg, angedacht sei. Das Angebot müsse für alle gut erreichbar sein, sagte Spitzer, der Stellen auch in Augsburg, München, Passau und Nürnberg fordert.

© SZ vom 07.04.2020 / nell

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