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FC Bayern, Hoeneß und die CSU:Schon Stoiber war immer nah dran an Hoeneß

Die Basis für die engen Beziehungen zwischen Verein und Partei wurde früh gelegt. Unter Edmund Stoiber, einem glühenden Bayern-Fan, der früher auch auf Reisen dafür sorgte, dass er wichtige Spiele im Fernsehen verfolgen konnte, sind beide regelrecht miteinander verschmolzen. Stoiber ließ sich an die Spitze des Verwaltungsbeirats des Vereins berufen, wo er immer noch ist. Außerdem sitzt er im Aufsichtsrat der FC Bayern AG. Stoiber war immer nah dran an Hoeneß.

Für ihn wurde die "Champions League" zur politischen Messgröße, darunter durfte auch sein Freistaat in der Entwicklung und im Wettbewerb mit anderen nicht fallen. Verein und Partei haben sich auch immer angestachelt. Als Gast bei der CSU-Klausur in Kreuth im Jahr 2010 gab Hoeneß der Seehofer-CSU in Trainer-Manier mit auf dem Weg: "Das Ziel muss hier sein, wieder nach oben zu kommen. Und oben heißt bei mir: erstmal 55 Prozent."

Sogar einen Listenplatz für die Landtagswahl haben sie ihm angeboten

Uli Hoeneß' Lieblingsfeinde in der Bundesliga

Garantiert unversöhnlich

Am liebsten hätte die CSU Hoeneß ganz für sich vereinnahmt. Aber das hat der Fußball-Manager nicht zugelassen. Verblüfft waren die Christsozialen, als sich Hoeneß für den SPD-Bewerber als Nachfolger von Christian Ude als Münchner Oberbürgermeister aussprach.

Und auch Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, die im Herbst in die Landespolitik zurückkehrt, bekam von Hoeneß eine Absage. Vor ein paar Monaten hatte sie ihm offenbar einen Listenplatz für die Landtagswahl angeboten. Hoeneß' Name neben dem von Seehofer und Aigner - das hätte wirklich was hergemacht. Aber Hoeneß wollte nicht. Es war der vergangene Samstag, an dem die Partei die Liste beschlossen hat, ohne Hoeneß. Es war der Tag, an dem es für viele nur ein Thema gab, das sie wirklich bewegte: Ist Hoeneß ein Betrüger?

In der CSU waren viele insgeheim sehr froh, dass Hoeneß abgesagt hatte. Kanzlerin Angela Merkel ließ bald mitteilen: "Viele Menschen sind jetzt enttäuscht von Uli Hoeneß." Die CSU will im Wahlkampf niemanden enttäuschen.

Seehofer leidet. Er will eigentlich überhaupt nichts sagen. Nichts zu Merkels Kommentar, nichts zu Hoeneß selbst. "Ich möchte, solange das Verfahren in der Schwebe ist, nichts zur Bewertung sagen." Mehr kann er im Moment für Hoeneß wirklich nicht tun.