Fasching in Bayern:Plötzlich Prinzessin - mit 100

100-jährige Faschingsprinzessin

Charlotte I. und Bruno I. sind das vermutlich ungewöhlichste Prinzenpaar der Welt. Mutter und Sohn sind 100 und 71 Jahre alt.

(Foto: dpa)

"Das ist doch mal was Edles, oder?" Wie Charlotte I. beim Faschingsverein Kempten zu Amt und Würden kam.

Von Stefan Mayr, Kempten

Charlotte I. ist eine außergewöhnliche Faschingsprinzessin, das sieht man nicht nur, das hört man auch. Wenn Prinz Bruno I. nach Charlotte I. ruft, dann klingt das so: "Mama!" Mutter und Sohn Geppert haben den Thron des Faschingsvereins Kempten bestiegen, das alleine ist schon kurios. Zum Superlativ wird das fesche Pärchen allerdings, wenn man auf das Alter schaut: Er ist 71, sie 100 (in Worten: einhundert).

"Ich freu' mich schon auf die Feste", sagt die womöglich älteste Faschingsprinzessin der Welt. Ihr Diadem sitzt perfekt auf den leuchtend weißen, leicht gewellten Haaren. "Ich mache jeden Tag meine Gymnastik", sagt sie, "ich bin beweglich trotz meines Alters." Der Junior ergänzt nicht ohne Stolz: "Sie ist topfit, sie wohnt bei uns im zweiten Stock, da geht sie jeden Tag rauf und runter." Deshalb werde sie auf den Bällen auch tanzen. "Am liebsten Walzer", sagt sie.

"Wenn Sie mal 100 sind"

Die Idee zum junggebliebenen Faschingsprinzenpaar hatte Richard Brunner, der Präsident des Faschingsvereins. "Das ist doch mal was Edles, oder?", tönt er. "Die Dame war immer bei unseren Bällen zu Gast, da hab' ich zu ihr gesagt, wenn Sie mal 100 sind, dann mache ich Sie zur Prinzessin."

Nein, betont er, seine Entscheidung habe nur indirekt mit dem Mangel an jungen Prinzessinnen zu tun. Vielmehr sei es ihm wichtig, "alte Menschen mehr einzubeziehen". Schließlich werde die deutsche Gesellschaft immer älter. Der Erfolg gibt ihm recht,die Kamerateams geben sich im Hause des Prinzenpaares Geppert die Klinke in die Hand. Der Medienrummel brachte Brunner auf eine weitere Idee: Bei den Auftritten wird er das Lied "Das schöne Mädchen von Seite 1" von Howard Carpendale spielen. "Das wird unsere Faschingshymne", kündigt Brunner an, "so ein Spaß."

© SZ vom 14.11.2015/sim
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