Fall Riekofen Pfarrer gesteht Missbrauch von Ministranten

Der frühere Pfarrer von Riekofen hat gestanden, einen Messdiener über längere Zeit hinweg sexuell missbraucht zu haben. Damit erspart er dem Jungen eine Aussage vor Gericht.

Der ehemalige Pfarrer von Riekofen hat vor dem Landgericht Regensburg den vielfachen Missbrauch eines Ministranten gestanden. Der 40 Jahre alte Angeklagte ließ am Donnerstag von seinem Anwalt eine Aussage verlesen, in der er die ihm vorgeworfenen Taten vollständig einräumt. "Mit größtem Bedauern denke ich zurück an das, was vorgefallen ist", hieß es in der Erklärung.

Der einschlägig vorbestrafte Pfarrer Peter K. hat den Missbrauch eines Zehnjährigen gestanden.

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Durch das Geständnis soll dem Opfer eine Aussage vor Gericht erspart bleiben.

Laut Anklage soll der wegen Kindesmissbrauchs bereits vorbestrafte Peter K., der seit August 2007 in Untersuchungshaft sitzt, sich von Ende 2003 an in 22 Fällen an dem Ministranten vergriffen haben. Der Junge war zu Beginn des Missbrauchs zehn Jahre alt.

K. ließ erklären, er befinde sich in ärztlicher Behandlung und hoffe, dass ihm geholfen werden könne, damit so etwas nicht wieder geschieht. Auch für materielle Schäden wolle er aufkommen: Er habe der Anwältin der Familie bereits 5000 Euro in bar übergeben und biete weitere 3000 Euro an. Auch für künftige Kosten wolle er aufkommen. Er habe die Absicht, den Schaden wiedergutzumachen.

Für Empörung hatte der Fall vor allem deswegen gesorgt, weil die pädophilen Neigungen des Priesters dem Bistum Regensburg seit Jahren bekannt waren. Der Geistliche war 2000 wegen des Missbrauchs von Kindern als Kaplan im niederbayerischen Viechtach schon zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Dennoch setzte ihn das Bistum 2004 wieder in einer Gemeinde ein. Das Bistum hatte damit gegen Richtlinien der Deutschen Bischofskonferenz verstoßen.

Nach Angaben eines Bistumssprechers hatte der Psychotherapeut des Geistlichen in seinem Abschlussgutachten ausgeschlossen, dass der Mann eine "fixierte Pädophilie" habe. Das Gutachten habe in Aussicht gestellt, "dass er wieder eingesetzt werden könne".

Vor dem Gerichtsgebäude demonstrierten deswegen etwa ein Dutzend Menschen mit einer Mahnwache gegen den Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller.