bedeckt München 14°

Fall Maria Baumer:Verlobter bleibt in Untersuchungshaft

Zum Beten in der Kirche: Der Verlobte der toten Maria Baumer in der Sendung "Aktenzeichen XY".

Der Tatverdächtige im Fall der toten Maria Baumer muss in Untersuchungshaft bleiben. Das Landgericht Regensburg hat eine Haftbeschwerde des Anwalts abgelehnt. Die Rolle des 28-jährigen Verlobten wirft Fragen auf.

Der unter Tatverdacht festgenommene Verlobte einer 26-jährigen Frau aus Regensburg bleibt in Untersuchungshaft. Das Landgericht habe die Haftbeschwerde seines Verteidigers als unbegründet verworfen, sagte Gerichtssprecher Johann Piendl am Mittwoch. Das Ermittlungsverfahren werde nun fortgeführt, bis über eine Anklage entschieden sei.

Vor etwa eineinhalb Wochen hatte der Anwalt Michael Haizmann gesagt, es sei ihm "ein Rätsel", wie sein Mandant unter den derzeitigen Voraussetzungen unter Tatverdacht geraten konnte.

Pilzsammler hatten das Skelett der seit anderthalb Jahren vermissten Maria Baumer Anfang September in einem Wald bei Regensburg gefunden. Kurz darauf wurde der 28-Jährige wegen Verdacht auf Totschlag festgenommen.

Zur Rolle des Verlobten gibt es einige Fragezeichen: Wie er damals schilderte, war Maria Baumer am 26. Mai 2012 aus der gemeinsamen Wohnung in Regensburg verschwunden. Nachdem er morgens vom Joggen zurückgekehrt sei, habe er die Räume leer vorgefunden. Stunden später habe sich seine damals 26 Jahre alte Verlobte telefonisch bei ihm gemeldet. Erst habe sie ihm mitgeteilt, dass sie nach Nürnberg gefahren sei; später sagte sie, dass sie nach Hamburg weiterreisen wolle. Sie brauche eine Auszeit und werde am Montag zurückkehren, habe Maria ihm erklärt.

Das Paar wollte im September 2012 heiraten und hatte bereits Einladungen verschickt. Erst wenige Tage vor ihrem Verschwinden war Baumer zur Landesvorsitzenden der Katholischen Landjugendbewegung in Bayern gewählt worden. Als sie am Montag entgegen ihrer Ankündigung nicht zurückkehrte, gaben ihr Verlobter und ihre Schwester eine Vermisstenanzeige auf.

Sämtliche Angaben vom 26. Mai 2012 stützen sich auf Aussagen des Verlobten. Bei ihrer Familie hatte sich Baumer nicht gemeldet. Zeugen hatten sie letztmals am Abend zuvor beim gemeinsamen Grillen gesehen - wenige Kilometer von der Stelle entfernt, an der ihre Knochen gefunden wurden.

Schon im Zuge früherer Ermittlungen hatte die Polizei den Verlobten überprüft, damals ohne Ergebnisse. Nun bestehen offenbar Zweifel an den Schilderungen des Mannes - etwa ob die beiden Telefonate jemals stattgefunden haben. Nachprüfen ließen sich die Anrufe nicht mehr, teilte ein Polizeisprecher mit. Dafür sei zu viel Zeit verstrichen. Für Aussagen von Zeugen, die Maria Baumer Monate später angeblich auf dem Jakobsweg gesehen haben wollten, gibt es bis heute keine Beweise.

© Süddeutsche.de/dpa/infu
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema