Fall Mannichl Polizei überprüft Stichverletzung

Wochen nach dem Mordversuch ist immer noch unbekannt, wer den Passauer Polizeichef Mannichl angriff. Nun will die Polizei Genaueres über die Verletzung wissen.

Im Fall des niedergestochenen Passauer Polizeichefs Alois Mannichl lässt die Polizei ein Gutachten über die Stichverletzung erarbeiten. Das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) bestätigte entsprechende Informationen des Nachrichtenmagazins Der Spiegel.

Der Angriff auf Polizeichef Alois Mannichl gibt weiterhin Rätsel auf.

(Foto: Foto: ddp)

Danach soll mit dem Gutachten geklärt werden, ob der Stich wie von Mannichl geschildert erfolgt ist. Dies sei bei Ermittlungen zu einem Mordversuch ganz normal, sagte LKA-Sprecher Ludwig Waldinger.

Der Täter ist auch mehr als fünf Wochen nach der Bluttat unbekannt. Nun gibt es Spekulationen, dass Mannichl bei einer Beziehungstat verletzt worden sein könnte. Zunächst wurde vermutet, der Polizeidirektor sei Opfer des Racheakts eines Neonazis geworden. Die Sonderkommission schließt dies weiterhin nicht aus, konnte aber bislang einen rechtsextremistischen Hintergrund nicht belegen.

"Es ist ein völlig normaler Vorgang bei Messerverletzungen, dass ein Gutachten erstellt wird", sagte Waldinger. Es werde dabei beispielsweise der Stichkanal analysiert. "Das fordert auch der Richter", betonte der LKA-Sprecher. In einem möglichen späteren Prozess müsse solch ein Gutachten vorgelegt werden.

Das Messer, mit dem Mannichl angegriffen wurde, stellt die Fahnder bislang vor einige Rätsel. Es stammt aus Mannichls eigener Küche und soll wenige Tage vor der Tat auf einem Fensterbrett im Freien vergessen worden sein. Dort soll es der Täter weggenommen haben. Bislang konnten keine wesentlichen Spuren an dem Messer sichergestellt werden.

Zu einem Bericht des Magazins Focus, wonach ein vorübergehend wegen Beihilfe festgenommenes Münchner Ehepaar zum Tatzeitpunkt unter Beobachtung des Staatsschutzes und der Polizei stand, war von den Ermittlern weiter keine Stellungnahme zu erhalten. Der 33 Jahre alte Mann und die 22-jährige Frau saßen mehrere Tage lang als mutmaßliche Komplizen des Täters in Untersuchungshaft, die Soko konnte ihnen aber nichts nachweisen.

Nach Angaben von Focus lieferten Beamte von Polizei und Verfassungsschutz dem Ehepaar ein Alibi. Die Beamten hatten demnach am Tattag ein Treffen von Rechtsextremisten nahe München beobachtet, bei dem auch das Ehepaar anwesend war. Die Ermittler hatten den Verdacht gegen das Paar auf eine Zeugenaussage gestützt, nach der das Paar am Tag der Tat in Mannichls Wohnort Fürstenzell gewesen sein soll.