Fall Mannichl Hoffen auf die "heiße Spur"

Der Vorfall erregte die Republik: Zwei Monate nach der Attacke auf Passaus Polizeichef Mannichl haben die Ermittler neue Ergebnisse präsentiert - und einen "familiären Hintergrund" ausgeschlossen.

Im Fall des Mordanschlags auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl schließen die Ermittler einen familiären Hintergrund inzwischen aus. "Nach dem jetzigen Stand gibt es keine Hinweise, dass die Tat aus dem familiären Umfeld der Familie begangen wurde", teilten Staatsanwaltschaft und Bayerisches Landeskriminalamt am Mittwoch in Passau mit.

Diese Aufnahme Alois Mannichl

(Foto: Foto: ddp)

Eine "heiße Spur" zu dem weiterhin unbekannten Täter gebe es nicht. Es werde in alle Richtungen ermittelt. Mannichl war vor knapp zwei Monaten in seinem Wohnort Fürstenzell nahe Passau niedergestochen und schwer verletzt worden. Zunächst war ein Racheakt eines Neonazis vermutet worden, Beweise dafür gibt es aber nicht.

Im Januar hatte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) der Süddeutschen Zeitung versichert: "Wir wollen ein Ergebnis, wir lassen nichts im Ungefähren versickern." Allerdings ließe sich die Aufklärung nicht erzwingen.

Für Hinweise, die zur Aufklärung der Messerattacke oder zur Festnahme des Täters führen, ist eine Belohnung von 20.000 Euro ausgesetzt. Zuletzt war in verschiedenen deutschen und österreichischen Medien berichtet worden, eine Spur führe ins oberösterreichische Vöcklabruck.

Alois Mannichl war am 13. Dezember in seinem Wohnort Fürstenzell nahe Passau niedergestochen worden. Als Täter beschrieb er einen etwa 1,90 Meter großen, kräftig gebauten Mann mit Glatze oder sehr kurzen Haaren und bayerischem Dialekt. Zunächst war vermutet worden, dass der Polizeichef Opfer eines Racheaktes eines Neonazis wurde. Der Beamte war immer wieder gegen Aufmärsche von Rechtsextremisten vorgegangen.