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Ex-Landrat aus Miesbach:Kreidl korrigiert Schwarzbauten

Jakob Kreidl Elbach

Kreidl hatte sein neues Wohnhaus deutlich höher bauen wollen, als genehmigt.

(Foto: Manfred Neubauer)

Als bekannt wurde, dass Jakob Kreidls Haus ein Schwarzbau ist, explodierte die Verärgerung über ihn. Nun reagiert der frühere Miesbacher Landrat. Bis Ende August hat er Zeit, seinen Neubau den eingereichten Plänen anzupassen.

Die Entrüstung war immens, als die vielen Verfehlungen des Miesbacher Ex-Landrates Jakob Kreidl (CSU) bekannt wurden - sei es das Plagiat seiner Doktorarbeit, seine tiefe Verstrickung in die Verwandtenaffäre der CSU oder die 120 000 Euro teure Geburtstagsfeier, die er sich so gut wie ganz von der örtlichen Sparkasse und dem Landkreis hatte bezahlen lassen.

So richtig explodiert ist die Verärgerung dann zuletzt, als öffentlich wurde, dass das schmucke Einfamilienhaus, das sich Kreidl in seinem Heimatort Fischbachau-Elbach baut, in großen Teilen ein Schwarzbau ist. Das hat es bis dahin nicht gegeben im Landkreis Miesbach und weit darüber hinaus: Ausgerechnet der Landrat, der ja Chef der Bauaufsicht in seinem Landkreis ist, setzt sich über die Vorgaben seiner eigenen Behörde hinweg.

Jetzt reagiert Kreidl. Seit kurzem sind Arbeiter auf der Baustelle und beseitigen offenkundig die Schwarzbauten. Zugleich hieß es aus dem Landratsamt, dass Kreidl bis Ende August Zeit hat, "das Wohnhaus entsprechend der Baugenehmigung umzubauen". In den ersten Septembertagen werde man eine Baukontrolle durchführen, erklärte ein Sprecher. "Sollten dann immer noch Abweichungen von der Baugenehmigung vorhanden sein, werden wir die Beseitigung anordnen."

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Kreidl hatte sein neues Wohnhaus deutlich höher bauen wollen, als genehmigt. Außerdem weist das Satteldach eine etwas steilere Neigung auf, als in den Plänen steht. Die Frontseite sollte ein Balkon zieren, der ebenfalls nicht in der Baugenehmigung enthalten war. "Kreidl wollte sich allem Anschein nach ein richtig schönes Obergeschoss einrichten, wo er nur ein einfaches Dachgeschoss hätte haben dürfen", sagen Insider.

Kreidl hat es sich anders überlegt

Wie auch immer, als der Schwarzbau entdeckt wurde, stellte das Landratsamt die Arbeiten auf Kreidls Baustelle ein. Zugleich forderte die Behörde ihren früheren Chef auf, korrekte Pläne einzureichen und eine nachträgliche Genehmigung der Schwarzbauten zu beantragen. Dann werde man über das Projekt befinden. "Zunächst wollte Kreidl dem auch Folge leisten", erklärte der Sprecher. "Aber dann hat er es sich anders überlegt."

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Per Brief teilte der Ex-Landrat seinen früheren Untergebenen mit, dass er die Schwarzbauten an seinem neuen Wohnhaus lieber gleich beseitigen lassen werde. "Darauf haben wir ihm die First bis Ende August gesetzt", sagte der Sprecher. Unklar blieb, ob Kreidl überhaupt Aussichten gehabt hätte, seine Schwarzbauten nachträglich genehmigt zu bekommen.