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Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen:Strafbefehl gegen Grünen-Abgeordneten Urban

Landagswahl 2018

Hans Urban vor seinem Hof in Oberherrnhausen, einem Ortsteil von Eurasburg im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Hans Urban hatte behauptet, er sei auf seinem Hof in Eurasburg von einem Google-Street-View-Auto umgefahren worden. Nun sagt das Amtsgericht, er habe das alles nur vorgetäuscht.

Von Florian Zick

Das Amtsgericht Wolfratshausen hat gegen den Grünen-Landtagsabgeordneten Hans Urban Strafbefehl erlassen. Der 41-jährige Landwirt hatte Anzeige wegen Körperverletzung gestellt, nachdem er vergangenen Oktober auf seinem Hof in Eurasburg mit dem Fahrer eines Google-Autos aneinandergeraten war. Nach der Auswertung von zwei Videos hatte die Münchner Staatsanwaltschaft allerdings Zweifel daran, dass Urban bei dem Streit tatsächlich mehrfach umgefahren worden ist, wie der Landespolitiker ausgesagt hatte. Die Staatsanwaltschaft ermittelte deshalb gegen Urban selbst - wegen Nötigung und falscher Verdächtigung.

Das Amtsgericht Wolfratshausen ist nun der Argumentation der Ermittler gefolgt. Urban soll eine Geldstrafe von 10 500 Euro zahlen. Sollte er diese Strafe innerhalb von 14 Tagen akzeptieren, hätte sich die Sache für ihn erledigt. Viel wahrscheinlicher ist es allerdings, dass es nun zu einer Gerichtsverhandlung kommt. Urbans Anwalt Andreas Hofreiter hatte bereits mehrfach durchblicken lassen, dass sein Mandant die Dinge grundlegend anders sieht. Urban wird den Strafbefehl deshalb ziemlich sicher ablehnen. "Da müsste jetzt schon etwas sehr Überraschendes drin stehen", sagt Hofreiter.

Hintergrund für die Auseinandersetzung vom vergangenen Oktober ist, dass über Urbans Hof zwei Privatwege führen, die beim Kartendienst Google Maps allerdings als öffentliche Straßen verzeichnet sind. Dieses Ärgernis habe sein Mandant endlich einmal klären wollen, als das Kamerafahrzeug von Google bei ihm über den Hof gefahren sei, sagt Hofreiter. Vermutlich deswegen habe Urban dem Fahrer auch den Weg versperrt. Dass sich sein Mandant nur habe fallen lassen, wie es die Staatsanwaltschaft ihm unterstellt, weist Hofreiter indes entschieden zurück. Auf den beiden Mitschnitten des Vorfalls sei ziemlich deutlich zu hören, dass es vor jedem Sturz einen Kontakt mit dem Google-Auto gegeben habe.

© SZ.de/dpa/kast
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