Ermittlungen am Tegernsee Tatverdächtige eines brutalen Raubüberfalls gefasst

Polizisten stehen vor dem Haus in Rottach-Egern.

(Foto: Christopher Horn)
  • Im Januar ist ein Ehepaar in Rottach-Egern am Tegernsee brutal überfallen worden - nun hat die Polizei die mutmaßlichen Täter festgenommen.
  • Die beiden Männer sollen die Renter in ihrer Villa überfallen, geschlagen und gefesselt haben. Erst nach 16 Stunden wurde das Paar befreit.
  • Bei dem Raub erbeuteten sie Gegenstände im Wert von 1,3 Millionen Euro - einen Teil des Diebesgutes konnte die Polizei inzwischen sicherstellen.

Tatverdächtige zehn Monate nach Überfall gefasst

Zehn Monate nach einem brutalen Raubüberfall auf ein Ehepaar im oberbayerischen Rottach-Egern hat die Polizei zwei Tatverdächtige festgenommen. Die 48 und 55 Jahre alten Männer aus Nordrhein-Westfalen sollen am 8. Januar in die Villa des Paares eingebrochen sein und die beiden Rentner überfallen, geschlagen und gefesselt haben. Die Männer hätten die Tat gestanden und säßen nun in Untersuchungshaft, teilte die Polizei in Miesbach mit.

Was am 8. Januar passiert ist

Bei dem Überfall auf die 71 und 74 Jahre alten Eheleute waren die Männer der Polizei zufolge sehr profesionell vorgegangen: Die mit Sturmmasken getarnten Täter hatten sich über eine Tür des Hauses Zutritt zu den Räumen des Ehepaars verschafft. Dort raubten sie neben Bargeld, hochwertigen Uhren und Familienschmuck auch mehrere kostbare Porzellanfiguren und Porzellandosen aus dem 18. Jahrhundert. Insgesamt seien Gegenstände im Wert von 1,3 Millionen Euro gestohlen worden, teilte die Polizei nun mit.

Ein Teil des Diebesguts - insgesamt 16 Stücke - konnte inzwischen sichergestellt werden, unter anderem bei einem Kunsthändler in Nordrhein-Westfalen. Einige Porzellanfiguren seien beschädigt worden; wie hoch die Schäden sind, ist noch nicht bekannt. Nach dem Überfall flohen die Männer mit dem Auto des Ehepaares, die Polizei begann sofort mit Ermittlungen.

Das Ehepaar ließen die Einbrecher verletzt und gefesselt in ihrer Villa zurück. Erst 16 Stunden nach dem Überfall hörte ein Nachbar ihre Hilferufe - rein zufällig, wie die Polizei betonte. Die beiden standen unter Schock und wurden in ein Krankenhaus gebracht. Besonders die Frau sei noch immer traumatisiert und leide bis heute an den Folgen der brutalen Tat.

Wie die Ermittlungen abliefen

Eine 14-köpfige Ermittlungsgruppe mit dem Namen "Villa" übernahm bei der Kriminalpolizei Miesbach die Ermittlungen. Kurz nach der Tat wurde das Auto des Ehepaares gefunden, offenbar hatten es die Täter noch am Abend des Überfalls in Tegernsee abgestellt und die Beute in ein anderes Auto umgeladen. Weitere Spuren gab es zunächst nicht. Erst durch aufwändige kriminaltechnische Untersuchungen kamen die Fahnder auf die Spur der Täter: über eine DNA-Spur auf der Kleidung der Opfer. Ein Abgleich mit der bundesweiten Datenbank führte zu dem 48-jährigen Mann.

Am 22. Oktober fanden gleichzeitige Durchsuchungsaktionen an acht verschiedenen Orten statt, mehr als 120 Polizisten und fünf Staatsanwälte waren im Einsatz. In Dortmund wurden die mutmaßlichen Täter festgenommen. Offenbar hatte einer der Männer einen Bekannten in Rottach-Egern, der ihm von dort erzählt hat. Über ihn soll er auf die Idee eines Überfalls gekommen sein. Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt nun wegen versuchten Mordes und schweren Raubes.

Was mit der ausgesetzten Belohnung passiert

Zwei Wochen nach dem Raubüberfall hatte die Polizei zunächst 5000 Euro Belohnung für Hinweise aus der Bevölkerung ausgesetzt, von privater Seite wurden noch einmal 20 000 Euro beigesteuert. Ein halbes Jahr später, im Juni, wurde die Summe von privater Seite auf 250 000 Euro erhöht. Allerdings galt die Belohnung nur für Tipps aus der Bevölkerung. Da aber keiner dieser Hinweise weitergeholfen hat und die Polizei grundsätzlich keine Belohnung erhält, wird das Geld nun nicht ausgezahlt.