Mitten in Erlangen:Die Frohbotschaft aus Franken

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Mitten in Erlangen: Der Erlanger Schutzzaun bleibt zwar, die Gefahr aber für Weihnachtsmarktbesucher ist gebannt - eine Frohbotschaft aus Franken.

Der Erlanger Schutzzaun bleibt zwar, die Gefahr aber für Weihnachtsmarktbesucher ist gebannt - eine Frohbotschaft aus Franken.

(Foto: Olaf Przybilla)

Der Erlanger Weihnachtsmarkt kann stattfinden - ohne Gefahr für Leib und Leben durch herabfallende Brocken aus dem Universitätswappen. Wenn das kein Grund zum Frohlocken ist.

Glosse von Olaf Przybilla

Es beginnt die besinnliche Zeit jetzt und da ist es nur billig, den Blick zu schärfen für das Schöne und Gute. In Erlangen - und hier müsste nun ein "juchheißa" nicht stelzfüßig unterdrückt werden - wird ein Weihnachtsmarkt stattfinden können. Und nicht nur das: Er wird eröffnet werden, ohne dass Christkindlmarktfreundinnen und Christkindlmarktfreunde sich einen Kopf darüber machen müssen, ob derselbe von Brocken aus dem Wappen der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) unbillig malträtiert werden könnte.

Nun mag es Skeptiker geben, die so eine Frohbotschaft nicht würdigen wollen. Die aber wird man wachrufen dürfen, dass ein Fassadenmodul mit besagtem Universitätswappen kürzlich als ebenso tonnenschwer wie sturzgefährdet ausgemacht worden ist und also nicht nur der Eingangsbereich zum zentralen Uni-Repräsentationsbau gesperrt, sondern auch die Marktleute in Aufruhr versetzt wurden. Immerhin findet Erlangens Weihnachtsmarkt auf der Piazza vor dem Uni-Schlossbau statt, gewissermaßen unterhalb besagter Tonnenlast.

Nun mag man einwenden: So ein Wappen zu sichern, dürfte wohl kein Teufelswerk sein. Nur würde man ja glauben, dass es ebenfalls kein Teufelswerk ist, die Visitenkarte der größten bayerischen Uni außerhalb von München nicht acht Jahre lang mit einem "Schutzzaun" zu verhunzen. Genau das aber ist der Fall. Seit 2014 steht das Gehege, ohne konkrete Aussicht auf Besserung.

Warum das so ist? Wie gut, dass es Universitäten gibt, die könnten über diese nicht trivial zu beantwortende Frage eine schöne Doktorarbeit in Auftrag geben. Mindestens als interessierter Beobachter am Schutzzaunprozess beteiligt sind drei bayerische Ministerien - Wissenschaft, Innen und Bauen -, die Staatskanzlei, untergeordnete Behörden, die Stadt und die Uni, das verspricht ein pralles Forschungswerk zu werden. Zumal es dem Ministerpräsidenten (er hat an der FAU studiert) und dem Innenminister (er ist der örtliche Abgeordnete) abzunehmen wäre, sollte ihnen schon aus nostalgischen Gründen der Hals allmählich platzen angesichts des Steinschutzgitters.

Genug aber davon. Es ist Vorweihnachtszeit, auch in Erlangen darf frohlockt und verkündet werden: Eine Gerüstkonstruktion wurde am Markgrafenschloss errichtet, eingehaust ist fürderhin das unheilvolle Bauteil! Es wird alles gut werden.

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