Wegen unerlaubten Besitzes von zehn Kriegswaffen und sechs vollautomatischen Maschinenpistolen hat die Generalstaatsanwaltschaft Anklage gegen einen 62-Jährigen erhoben. Im November 2024 hatte die Polizei dessen Wohnung im „Langen Johann“ – dem höchsten Wohnhaus Erlangens – routinemäßig durchsucht. Der deutsche Staatsangehörige stand im Verdacht, nicht zugelassene Arzneimittel in Umlauf gebracht zu haben. Nach Angaben der Ermittler wurde dabei ein Waffenarsenal im Appartement und im Keller des Mannes entdeckt. Er hatte sich im Internet als „Schamanen“ und spirituellen „Heiler“ angepriesen.
Bei zwei Razzien konnten die Ermittler den Angaben gemäß neben den Waffen auch Munition sicherstellen. Die bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus legt dem 62-Jährigen zu Last, keine Erlaubnis dafür gehabt zu haben. Er befindet sich in Untersuchungshaft. Ob es zur Gerichtsverhandlung kommt, müsse nun das Amtsgericht Erlangen entscheiden, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Hörmann. Über mögliche Hintergründe und die Motivation des Mannes macht die Staatsanwaltschaft keine Angaben.

Der Lange Johann mit seinen 27 Stockwerken gilt als bekanntestes Hochhaus der Unistadt. Sämtliches für eine Anklage infrage kommende Material aus dem Haus zu schaffen, habe „einige Zeit“ in Anspruch genommen, sagte ein Beamter nach der Durchsuchung der Wohnanlage. In Ermittlerkreisen war die Rede von „einem klassischen Zufallsfund“.
Der 62-Jährige hatte im Netz mit Einsatz von Klangschalen und „spiritueller Heilkunst“ Werbung gemacht. Eigenen Angaben zufolge will er ein Studium der Informatik abgeschlossen und diverse „schamanische Ausbildungen“ durchlaufen haben. Im „Heilen mit Klängen“ sei er demnach ebenso bewandert wie mit japanischen „Heilströmen“. Auch als Buchautor hatte er sich einen Namen gemacht. Publiziert hatte er über nordische Götter und die Möglichkeit, „Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen“.

