Erlangen ICE-Neubaustrecke kommt voran

Der 306 Meter lange Burgbergtunnel ist freigesprengt. Er soll eine alte Engstelle beseitigen

Der älteste Bahntunnel Bayerns hat nun eine zweite Röhre. Am Donnerstag haben Arbeiter den Weg durch den Burgbergtunnel in Erlangen freigesprengt, in vier Monaten Bauzeit haben sie sich durch den Berg gegraben. Damit ist auch eines der größten Bauprojekte in Deutschland weiter vorangekommen. Denn durch die 306 Meter lange Tunnelröhre sollen künftig ICE-Züge von München nach Berlin rollen. Der Tunnel gehört zur Aus- und Neubaustrecke, auf der von 2017 an die Fahrt von München nach Berlin nur noch knapp vier Stunden dauern soll. Heute braucht man noch sechs Stunden.

Die Hochgeschwindigkeitsstrecke ist Teil des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 8, bei dem die Strecke von Nürnberg über Erfurt und Leipzig bis Berlin ausgebaut wird. Zehn Milliarden Euro investieren Bund, Bahn und die Europäische Union. Anderswo sind die Arbeiten schon abgeschlossen, in Franken wird noch gebaut. Bis 2018 wird die Zugstrecke von Nürnberg nach Ebensfeld viergleisig ausgebaut.

Der 1844 eröffnete Burgbergtunnel im mittelfränkischen Erlangen war ein Nadelöhr auf der Strecke und dem wachsenden Bahnverkehr längst nicht mehr gewachsen. Zunächst eingleisig in Betrieb genommen, wurde 1891 das zweite Gleis im Tunnel verlegt. Die zweite Röhre, die 16 Millionen Euro kostet, soll nun die Engstelle beseitigen.

Innenminister Joachim Herrmann nannte den Fortschritt beim Bahnausbau einen "Lichtblick für die bayerische, deutsche und europäische Verkehrsinfrastruktur." Aber nicht nur für den Fern- und Güterverkehr, sondern auch für den Nahverkehr bringe der Ausbau deutliche Verbesserungen mit sich, sagte Herrmann. Allerdings erst ab 2019. Dann soll die S-Bahn zwischen Nürnberg und Erlangen im 20-Minuten-Takt verkehren, später auch bis nach Forchheim. Zurzeit fahren die S-Bahnen zweimal pro Stunde.

Bis die Strecke fertig ist, müssen die Franken allerdings noch einige Einschränkungen hinnehmen. Immer wieder kommt es auf der Strecke wegen Bauarbeiten zu Verspätungen und Zugausfällen. Im nächsten Jahr wird ein Teil der Strecke in Oberfranken für acht Monate komplett gesperrt. Von Januar bis September verkehren zwischen Bamberg und Lichtenfels keine Züge, stattdessen sollen drei Buslinien pro Stunde fahren. Der Fernverkehr wird über Würzburg oder Erfurt umgeleitet. Es werden auch weniger Züge fahren, diese sollen dafür aber doppelt so lang sein, teilte die Bahn mit.