Erlangen Borreliose-Rekord in Bayern

In diesem Jahr ist die Zahl der von Zecken übertragenen Krankheit Borreliose auf einen Höchststand gestiegen.

(Foto: dpa)

In Bayern wurden in diesem Jahr 2200 Fälle von Lyme-Borreliose, die durch Zecken übertragen wird, festgestellt. Diese Zahl liegt zehn Prozent höher als der bisherige Rekord 2016. Grund könnte das anhaltend gute Wetter sein.

Die Zahl der durch Zeckenstiche verursachten Borreliose-Fälle in Bayern ist 2018 auf einen Höchststand gestiegen. Bislang wurden 2200 Fälle von Lyme-Borreliose gemeldet, wie eine Sprecherin des Landesamtes für Gesundheit (LGL) in Erlangen mitteilte. Das sei die höchste Zahl seit Einführung der Meldepflicht 2013. Sie liege zehn Prozent höher als der bisherige Rekord 2016. Im Vergleichszeitraum 2017 gab es 1500 gemeldete Erkrankungen.

Zecken sollten schnellstmöglich entfernt werden

Eine Ursache kann das gute Wetter sein: Wenn sich viele Leute in der Natur aufhalten und die Zecken günstige Bedingungen vorfinden, gebe es mehr Zeckenstiche. Je mehr Tiere infiziert sind, desto wahrscheinlicher ist die Übertragung auf den Menschen. Allerdings gibt es laut LGL keine Hinweise auf einen Anstieg der Infektionsraten der Zecken mit Borrelien.

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Etwa fünf bis 35 Prozent der Zecken sind mit Borrelien infiziert. Die Lyme-Borreliose ist die am häufigsten von Zecken übertragene Infektionskrankheit. Sie beginnt oft mit der Wanderröte - einem roten Ring, der sich um den Zeckenstich bildet und größer wird. Weitere Symptome können Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Fieber sein. Unbehandelt kann es zu Spätfolgen wie Gelenk-, Herzmuskel- oder Nervenentzündungen kommen. Gegen die Erreger gibt es keine Impfung; es helfen jedoch Antibiotika. Die Wahrscheinlichkeit der Übertragung steigt, je länger Zecken Blut saugen. Deshalb sollten diese schnellstmöglich entfernt werden. Die Zahl der Hirnhautentzündungen blieb mit 90 Fällen konstant.

Die Zahl der gemeldeten Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) schwankt stark. FSME wird durch Viren ausgelöst. Für die Behandlung gibt es keine Medikamente, aber eine Impfung. Das Risiko, sich zu infizieren, ist in Bayern, Baden-Württemberg und Südhessen besonders groß.

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