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Energiewende:Mehr Photovoltaik

Obergrenze für Solarförderung geplant

Für Solarparks sollen künftig auf Äckern und Wiesen mehr Flächen zur Verfügung stehen.

(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Staatsregierung will Obergrenze für Solarparks lockern

Die Staatsregierung will die von ihr verhängte Obergrenze für Photovoltaik auf landwirtschaftlichen Flächen lockern. 2019 waren 70 neue Solarparks auf den Äckern und Wiesen des Freistaats erlaubt worden. Künftig sollen mehr solcher Anlagen pro Jahr genehmigt werden. "Der Deckel bei der Photovoltaik kommt weg", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) beim politischen Aschermittwoch seiner Partei in Passau. "Bayern ist das Sonnenland. Darum ist es sinnvoll, dass wir mehr in Sonne machen, die anderen mehr in Wind." Auch Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hatte zuletzt weitere Lockerungen angedeutet. Ursprünglich waren in Bayern sogar nur 30 neue Solarparks pro Jahr erlaubt gewesen, dann hatte die schwarz-orange Koalition nachgesteuert. Die großen Anlagen gelten als günstige Methode, um erneuerbare Energie zu erzeugen. Bei der Windkraft will Söder dagegen weiter an der unter anderem von den Grünen kritisierten Abstandsregelung 10 H festhalten. "Die Regelung bleibt, weil es mit Abstand die bürgerfreundlichste Regelung in Deutschland ist", sagte Söder. Genaue Zahlen zur künftigen Obergrenze bei Solarparks nannte er nicht, betonte aber, über die Forderungen der Grünen hinausgehen zu wollen.

Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann zeigte sich davon nicht überzeugt. "Viel entscheidender wäre, dass sich Söder auf Bundesebene dafür einsetzt, dass der Gesamtdeckel für den Solarstrom wegkommt", sagte Hartmann. "Die 52 Gigawatt werden in den nächsten Monaten erreicht. Für die Unternehmen ist das das Gegenteil von Planungssicherheit." Solarstrom machte 2018 knapp 16 Prozent der Bruttostromerzeugung in Bayern aus. Rund 11,8 Milliarden Kilowattstunden Strom wurden so gewonnen - das entsprach einem Plus von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. An zweiter und dritter Stelle der regenerativen Energieträger folgen Wasserkraft und Biomasse. Windkraft hielt einen Anteil von 6,1 Prozent an der bayerischen Bruttostromerzeugung. Nicht nur im Freistaat wurden wegen strikter Abstandsregelungen zuletzt immer weniger neue Windräder errichtet. Gleichzeitig und erstmals seit vielen Jahren sank die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien um rund 800 000 Kilowattstunden auf 36,5 Milliarden.

© SZ vom 27.02.2020 / maxi, nell, rde
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