Energiewende:Eine große Herausforderung

SPD-Studie zum Klimaschutz sieht Bayern auf einem schwierigen Weg

In Bayern gibt es laut einer aktuellen Studie zur Umsetzung der Klimaschutzziele großen Handlungsbedarf. "Der bayerische Pfad zur Klimaneutralität bis 2040 bedeutet insbesondere im aktuellen Jahrzehnt erhebliche Anstrengungen zur Emissionsreduktion", heißt es in der Analyse, die im Auftrag der Landtags-SPD von DIW Econ, einer Tochter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, erstellt worden ist. Autorin ist Claudia Kemfert, Chefin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am DIW. Laut Kemfert hat sich in Bayern das Emissionsniveau in den letzten 15 Jahren "nicht merklich verändert". Die meisten klimaschädlichen Emissionen verursacht mit 40 Prozent der Verkehr. Um das Pariser Zwei-Grad-Ziel zu erreichen, müssen die Gesamtemissionen bis 2030 um 69 Prozent gegenüber 1990 gesenkt werden. Der Energiesektor muss bis dahin komplett auf erneuerbare Energien umgestellt werden. 2040 muss die Emissionsneutralität erreicht werden, im Verkehrs- und Gebäudesektor schon bis Mitte der 2030er Jahre.

Die Studie bestätigt viele Erkenntnisse, die Teil der politischen Debatte sind, etwa die vielfach geforderte, aber von der CSU verweigerte Abschaffung der 10-H-Regel für Windräder. Danach muss der Abstand zwischen einem Windrad und der nächsten Siedlung das Zehnfache der Anlagenhöhe betragen. Wegen 10 H kommt die Windkraft in Bayern nicht voran. Interessant sind Kemferts Empfehlungen. So rät sie zur Einführung eines bayerischen Klimageldes, um die finanziellen Folgen des CO₂-Preises für die Verbraucher abzufedern. Für SPD-Fraktionschef Florian von Brunn geht es dabei um die Akzeptanz des Klimaschutzes und die soziale Gerechtigkeit. Höhere Sprit- und Heizkosten in Folge des CO₂-Preises träfen vor allem Bezieher kleiner Einkommen. "Besonders schlimm ist es im ländlichen Raum, wo es oft kaum öffentliche Verkehrsangebote gibt und Ölheizungen überwiegen", sagte er.

© SZ vom 02.07.2021 / dpa
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