Energiewende:Die neuen Stromtrassen sind teuer - aber wichtig

Erdkabel

Die Strom-Erdkabel werden durch Kunststoffrohre gezogen.

(Foto: dpa)

Denn ohne sie wird die Energiewende scheitern. Jetzt muss die CSU mit ihrem wankelmütigen Chef Horst Seehofer Standhaftigkeit beweisen und an der Basis für die Stromautobahnen werben.

Kommentar von Christian Sebald

Ohne die beiden Stromautobahnen von Nord- und Ostdeutschland nach Bayern wird die Energiewende scheitern. Dieser Satz hat schon vor zwei Jahren gegolten, als Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer noch bei jeder Gelegenheit erklärte, dass der SuedLink und der SuedOstLink, der damals noch Gleichstrompassage Süd-Ost hieß, aus seiner Sicht verzichtbar seien. Und dieser Satz gilt heute mehr denn je.

Denn irgendwoher muss der Strom ja nach Bayern kommen, wenn 2022 mit Isar 2 das letzte Atomkraftwerk hier vom Netz geht. Bayern wird dann schon längst nicht mehr den Strom produzieren können, den die Bevölkerung und die Wirtschaft verbrauchen - zumal Horst Seehofer und die CSU den Ausbau der Windkraft mit aller Macht abgewürgt haben.

Deshalb ist es gut, wenn sich nun auch CSU-Größen wie Ilse Aigner, Franz Josef Pschierer oder Albert Füracker hinstellen und an der Parteibasis für die beiden Stromtrassen trommeln.

Alles andere wird sich erst weisen müssen. Das gilt auch für die Frage, ob der Vorrang für die Erdkabel vor den Freileitungen wirklich der große politische Erfolg ist, als den Aigner und andere in der CSU ihn jetzt feiern. Natürlich sind Erdkabel optisch verträglicher für Bayerns Landschaften als Freileitungen. Aber das heißt nicht automatisch, dass sie auch besser sind für Flora und Fauna. Und teurer, ja sogar sehr viel teurer als eine Freileitung sind sie in jedem Fall.

Mit ihren Trassenvorschlägen haben Tennet und die anderen Netzbetreiber den ersten Schritt getan. Jetzt müssen die CSU und vor allem der wankelmütige Horst Seehofer Standhaftigkeit beweisen.

© SZ vom 28.09.2016/vewo
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