Energiekonzern will Umbenennung:Eon plant angeblich "Bayernwerk"

Der Energiekonzern Eon kommt offenbar Horst Seehofer entgegen - und benennt seine bayerische Tochtergesellschaft in "Bayernwerk" um. Der CSU-Chef hatte mit einem bayerischen Alleingang gedroht, falls sich die Energiekonzerne und die Berliner Koalition bei der Energiewende nicht bald einigen sollten.

Der Energiekonzern Eon seine bayerische Tochtergesellschaft in "Bayernwerk" umbenennen. Das meldet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe. Damit käme Eon zunächst dem Namen nach dem Ministerpräsidenten und CSU-Chef Horst Seehofer entgegen. Angesichts der Weigerung der Energiekonzerne, im Zuge der Energiewende in vier bis fünf neue Gaskraftwerke in Bayern zu investieren hatte Seehofer im Frühsommer einen bayerischen Alleingang angedroht, falls sich die Energiekonzerne und die Berliner Koalition in der Debatte nicht bald einigen sollten.

"Dann gründen wir ein Bayernwerk", sagte Seehofer. Zugleich kündigte er eine Biogas-Initiative an mit dem Ziel, dass der Strom aus Gülle, Mist und anderen agrarischen Reststoffen einmal wenigstens zwei der vier bis fünf Gaskraftwerke überflüssig machen könnte. Die bayerische Eon-Tochter ist die größte des Energiekonzerns in Deutschland.

Laut Spiegel gehen Politiker im Wirtschaftsministerium und Top-Manager des Energie-Konzerns davon aus, dass die Umbenennung nur ein erster Schritt sein könnte, sich mittelfristig auch von einigen Teilen des bayerischen Geschäfts zu trennen. Die Trennung von diversen Regionalgesellschaften, etwa in Thüringen oder Westfalen, hat das Unternehmen bereits beschlossen. Auch im Freistaat strukturiert der Konzern seine Tochtergesellschaften massiv um.

Eon wollte zu dem Bericht laut Spiegel keinen Kommentar abgeben. Der Energiekonzern hat in Bayern sehr starke Wurzeln. Ein Teil des größten deutschen Energieversorgers ist das frühere Bayernwerk, das in der Viag mit Sitz in München aufgegangen war. Viag fusionierte im Jahr 2000 mit dem Energieversorger Veba zum Eon-Konzern. In Bayern hat der Düsseldorfer Energieriese rund 8000 Beschäftigte in verschiedenen Gesellschaften.

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