Energiegipfel Aiwanger fordert mehr Gaskraftwerke

Auf dem Energiegipfel im Wirtschaftsministerium haben sich Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber (beide FW) für eine rasche Abschaltung der Kohlekraftwerke in Deutschland ausgesprochen. Im Gegenzug müssten in Bayern "neue, regionale Gaskraftwerke" errichtet werden. Ihre Gesamtleistung solle 4000 Megawatt betragen. Das ist knapp vier Mal mehr als die Leistung der beiden Turbinen im Gaskraftwerk Irsching an der Donau. Sie zählen zu den modernsten weltweit, stehen aber seit einigen Jahren still, weil Gaskraft unrentabel ist. Deshalb werde sich der Freistaat beim Bund für "ein Anreizsystem einsetzen, das den Zubau von Gaskraftwerken im Süden rentabel gestaltet", sagte Aiwanger. Glauber betonte, dass "Klimaschutz und Energiewende untrennbar miteinander verbunden sind". Der Freistaat habe "sehr ambitionierte Klimaziele, die wir kraftvoll umsetzen wollen". Bis 2050 sollen die CO₂-Emissionen in Bayern auf unter zwei Tonnen pro Kopf und Jahr sinken. Derzeit betragen sie sechs Tonnen pro Kopf und Jahr. Laut Aiwanger wird sich die neue Energiepolitik darauf konzentrieren, "erneuerbare Energien auszubauen, die Stromnetze intelligent zu gestalten, Speicher voranzubringen und Energieeinsparpotenziale stärker zu nutzen". Dazu werden nun vier Arbeitsgruppen eingerichtet. Parallel wird die neue Landesagentur für Energie und Klimaschutz aufgebaut.

Aiwanger zweifelte erneut die Notwendigkeit des SuedOstLink an. "Gleich welche Trassenvariante man auswählt, es wird immer massiven Ärger in der Bevölkerung geben", sagte er. Außerdem werde die endgültige Trasse für die Stromautobahn, die Windstrom aus Norddeutschland über Hof ins niederbayerische Essenbach transportieren soll, erst in zwei oder drei Jahren festgelegt. Das bedeutet für Aiwanger "alles andere als Versorgungssicherheit". Die Bundesnetzagentur, die für die neuen Stromautobahnen zuständig ist, hat kein Verständnis für Aiwangers Haltung. "Unsere Netzberechnungen haben mehrfach gezeigt, dass die Energiewende ohne die großen Leitungsprojekte nach Süddeutschland nicht gelingen kann", sagte Behördenchef Jochen Homann. Er versicherte, dass seine Agentur bei den Entscheidungen zu den Trassen "die örtlichen Belange so gut wie möglich berücksichtigen will".