Bayern und die wilden TiereElch gesichtet? Abstand halten und immer bremsbereit sein

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Elch Emil, im September in einem Wald in der Umgabung von Linz und noch ohne Ohrmarke.
Elch Emil, im September in einem Wald in der Umgabung von Linz und noch ohne Ohrmarke.
Foto: Bernadette Kerschbaummayr/APA/dpa

In der Region Deggendorf sorgt gerade ein Elch für Aufsehen. Bayern ist dafür gut gerüstet. Der Freistaat hat seit 2008 einen eigenen Elchplan.

Kolumne von Christian Sebald

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Nun also verdichten sich die Hinweise, dass es Elch Emil ist, der in der Region Deggendorf immer mal wieder durch Bauernhöfe und Gärten stapft, Bahngleise überquert und bisweilen in einem Weiher badet.  Wie die Mittelbayerische Zeitung berichtet, ist das Tier jetzt gleich mehrfach fotografiert worden. Auf einigen Bildern erkennt man deutlich, dass es eine Marke im Ohr trägt. Die Marke aber ist ein klarer Hinweis darauf, dass es sich um Elch Emil handelt. Denn: „So viele markierte Elche gibt es bei uns ja nicht“, zitiert die Mittelbayerische einen lokalen Experten.

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Elch Emil, man erinnert sich, hatte im Herbst 2025 im österreichisch-bayerischen Grenzgebiet viel Aufsehen erregt. Vor allem in Österreich, wo er allerlei Siedlungen und Dörfer besuchte. Als er dann einmal beinahe eine Autobahn überquerte, wurde den Behörden das Treiben zu riskant. Emil wurde eingefangen und mit einem GPS-Sender und – eben – der Ohrenmarke ausgestattet. Danach wurde er im Grenzgebiet zu Tschechien freigelassen. Jenseits der Grenze, am Moldau-Stausee, lebt eine kleine Population Elche, zu der auch Emil gehören dürfte. Und wie es sich für einen Jung-Elch gehört, drängt es Emil auf Wanderschaft.

Im Freistaat ist man auf Wander-Elche wie Emil vorbereitet. In Bayern gibt es nämlich einen Elchplan und zwar schon seit 2008. Ausgetüftelt worden ist das 14-seitige Papier seinerzeit unter Federführung des Landwirtschafts- und Forstministeriums. Und zwar nicht nur von den Experten dort. Sondern außerdem von Fachleuten des Innen- und des Umweltministeriums, des Bauern- und des Jagdverbands, des Bundes Naturschutz und des Vogelschutzbunds LBV und anderen mehr. Vier Jahre später wurde der Elchplan um „Zusatzinfos“ ergänzt. Außerdem gibt es eine Karte mit den Elchsichtungen in Bayern. Sie reicht allerdings nur bis 2017.

Natürlich spielt im Elchplan die öffentliche Sicherheit eine große Rolle. Zwar ist so ein Elch – anders als etwa der Wolf – eher behäbig und friedlich. Aber er ist mit bis zu 2,3 Meter Schulterhöhe und  500 Kilogramm Gewicht ein Riesentrumm von Tier, dem man mit Respekt begegnen solle. Deshalb hier die Ratschläge des bayerischen Elchplans bei einer unvermuteten Begegnung: Halten Sie gebührend Abstand! Nehmen Sie Ihren Hund an die Leine! Und: Nähern Sie sich keinesfalls einem verletzten Elch!

Für Autofahrer gilt: Bei Sichtung eines Elchs Tempo verringern und bremsbereit sein! Wenn ein Elch die Straße überquert, damit rechnen, dass weitere folgen! Bei der Beobachtung eines Elchs in Straßennähe nicht anhalten! Bei einem Unfall mit einem Elch die Polizei informieren! Wie überhaupt es in Elch-Gebieten gut ist, die Behörden über die Tiere auf dem Laufenden zu halten. So wie jetzt in Deggendorf. Als sich dort der Elch einer Zugtrasse näherte, geleitete laut Mittelbayerischer ein Jäger das Tier über die Gefahrenstelle. Die Polizei hatte den Mann geholt, als sie benachrichtigt wurde, dass sich der Elch an den Gleisen aufhält.

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