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Einreisebestimmungen:Beamte entlarven gefälschte Corona-Tests

Coronavirus - Grenzkontrollen zu Tschechien

Ein Bundespolizist steht an der bayerisch-tschechischen Grenze bei Märching im Landkreis Tirschenreuth.

(Foto: dpa)

Offenbar versuchen immer wieder Menschen ohne gültigen Corona-Test die Grenze nach Bayern zu passieren - und erzählen mitunter Geschichten vom Urin-Nachweisen.

Die Bundespolizei hat am Montag bei Grenzkontrollen auf der A93 mehrere Männer festgenommen, die mit offenkundig gefälschten Corona-Tests einreisen wollten. Zuletzt fielen den Bundespolizisten immer wieder Menschen auf, die ohne einen gültigen Test die Grenze nach Bayern passieren wollten, was seit Mitte Februar bei der Einreise aus Tirol und Tschechien nicht erlaubt ist.

Einer der Männer war am Montag ein polnischer Staatsangehöriger. Bei der Überprüfung seiner Papiere, fiel den Bundespolizisten auf, dass dieser ihnen zwei aktuelle Corona-Tests aushändigte. Auf Nachfrage erklärte der 22-Jährige, dass er die Dokumente von seinem Arbeitgeber zugeschickt bekommen habe. Die Beamten erkundigten sich daraufhin, ob er denn tatsächlich einen Corona-Test absolviert hätte. Dies bejahte der junge Mann und beteuerte die Echtheit seines Testnachweises. Allerdings beschrieb er die Prozedur als Abgabe einer Urinprobe. Daraufhin wurde er aus seinem Fahrzeug gebeten und vorläufig festgenommen. Nach vorliegenden Erkenntnissen sind die ausgehändigten Nachweise nicht echt.

Festgenommen wurden auch zwei Rumänen, die mit einem in Deutschland zugelassenen Kleintransporter unterwegs waren. Die vorgelegten Corona-Tests entlarvten die Kontrollbeamten ebenfalls als Fälschungen. Alle drei erhielten jeweils eine Strafanzeige wegen der Fälschung von Gesundheitszeugnissen.

Da die Rumänen in Deutschland einen festen Wohnsitz haben und der Pole im Gütertransport tätig ist, durften alle drei ihre Reise nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen fortsetzen. Zunächst mussten sie jedoch ihre Corona-Überprüfungen in der Teststation bei der Rastanlage Inntal-Ost nachholen. Sie werden sich voraussichtlich schon bald wegen der Fälschungsvorwürfe zu verantworten haben.

Wegen eines gefälschten Corona-Tests war auch am Wochenende schon an der deutsch-tschechischen Grenze zwei Lastwagenfahrer angezeigt worden. Bei Einreisekontrollen am Grenzübergang Selb/Asch zeigte ein 50 Jahre alter Lkw-Fahrer am Samstagmorgen einen Covid-Test vor. Der Mann hatte das handschriftliche Ausstellungsdatum vom 1. auf den 5. März umdatiert, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Der 50-Jährige habe eine Anzeige wegen Urkundenfälschung erhalten, ihm sei die Einreise verweigert worden.

© SZ.de/dpa/sbeh, van
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