Einigung mit Versicherung:Glimpfliches Ende für Sparkasse in Kreidl-Affäre

  • Die Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee dürfte einigermaßen unbeschadet die Affäre um den Miesbacher Ex-Landrat Jakob Kreidl überstehen.
  • Das Geldinstitut hat sich jetzt mit Versicherungsunternehmen geeinigt und bekommt zwei Million Euro.
  • Der Größte Anteil des entstandenen Schadens dürfte damit ausgeglichen sein.

Von Christian Sebald, Miesbach

Die Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee dürfte die Affären um die dubiosen Geschäftspraktiken des Miesbacher Ex-Landrates Jakob Kreidl (CSU) und des Ex-Sparkassenchefs Georg Bromme finanziell einigermaßen unbeschadet überstehen. Das Geldinstitut hat sich jetzt mit den Versicherungsunternehmen, bei denen es Haftpflichtversicherungen für seinen Vorstand und Verwaltungsrat laufen hat, auf eine Zahlung von zwei Millionen Euro geeinigt. Damit sind die zivilrechtlichen Ansprüche der Sparkasse in den Affären abgegolten. Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Kreidl und Bromme laufen weiter.

Die Affären um Kreidl, der Kraft Amtes Chef des Sparkassen-Verwaltungsrates war, und Bromme hatten im Februar 2014 von einer 118 000 Euro teuren Geburtstagsfeier des Ex-Landrats ihren Ausgang genommen. Kreidl hatte sich das Fest fast zur Gänze von dem Geldinstitut und seinem Landkreis bezahlen lassen. Die Feier war nur die Spitze eines Eisbergs.

Wie die Sparkasse die Affäre aufarbeitet

Binnen weniger Wochen wurden immer mehr Verfehlungen bekannt. So hatte die Sparkasse für jeweils 1,5 Millionen Euro eine Alm bei Bayrischzell und den Psallierchor im früheren Tegernseer Kloster erworben, aber auch Jagdausflüge, Bürgermeisterfahrten und Ausstattungen von Büros und Sitzungssälen und anderes finanziert - alles Dinge, die nichts mit ihren Aufgaben zu tun hatten. Am Ende war die Liste der Verfehlungen so lang, dass Kreidl sein Amt als Landrat los war.

Und die Staatsanwaltschaft gegen den Ex-Politiker, Ex-Sparkassenchef Bromme und andere Honoratioren wegen des Verdachts auf Untreue ermittelt. Bei Kreidl bezifferte das Innenministerium die Schäden auf 1,7 Millionen Euro, bei Bromme auf 4,3 Millionen. Etliche Ansprüche sind aber offenbar verjährt.

Mit den zwei Millionen Euro der Versicherungen dürfte nun der Löwenanteil des offenen Schadens ausgeglichen sein. Kürzlich hatte die Sparkasse bereits die Alm für 1,5 Millionen verkauft. Weitere kleinere Beträge kamen durch andere Veräußerungen herein, etwa durch den Verkauf der Bibliothek im Psallierchor, die einst den Wittelsbachern gehörte. Offen ist die Zukunft des Pasallierchors selbst. Für ihn gibt es bisher keinen Interessenten. Gleichwohl äußerten sich Sparkassenchef Martin Mihalovits und der Miesbacher Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) "sehr zufrieden" über die Einigung mit den Versicherungen.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB