Die Bewohnerin des Hauses hielt die Polizei übers Telefon offenbar genau auf dem Laufenden über die Aktivitäten jenes Mannes, der da mitten in der Nacht bei ihr eingebrochen war. Der Mann, der außer einer kurzen Hose weiter nichts anhabe, sei nun zum Duschen gegangen, berichtete die 76-Jährige also der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums in Rosenheim, wo gegen 4 Uhr in der Nacht von Samstag auf Sonntag ihr Notruf eingegangen war.
Die Beamten hatten sofort die Kollegen aus der Polizeiinspektion Bad Wiessee zu dem Haus in Kreuth am Tegernsee geschickt. Ein paar Minuten kann das alles durchaus dauern, und so hatte der Einbrecher beim Eintreffen der Polizei sein Ziel schon erreicht.
Man habe an dem Anwesen „einen frisch geduschten 40-jährigen Münchner“ angetroffen, heißt es nämlich im Polizeibericht aus Bad Wiessee weiter. Das Motiv für seine Tat nannte der Einbrecher den Beamten demnach auch gleich. Es hat ebenfalls mit Wasser zu tun, aber mit kaltem: Nach einem nächtlichen Bad in der Weißach sei er derart unterkühlt gewesen, dass er dringend eine warme Dusche gebraucht habe.
Der Mann sei bei all dem eigentlich recht nett und freundlich gewesen, ist von der Inspektion in Bad Wiessee noch zu erfahren, aber er habe sich in dieser Nacht offenkundig in einer psychischen Ausnahmesituation befunden. Ein Verfahren wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung an der Tür erwartet ihn trotzdem. Die Polizisten übergaben ihn später seinen Angehörigen.


