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Eichstätt/Würzburg:Bistum rechtfertigt umstrittene Diakonweihe

Ein angehender Priester, der 2013 wegen rassistischer Äußerungen aus dem Würzburger Priesterseminar geflogen war, soll demnächst in Eichstätt zum Diakon geweiht werden. Bischof Gregor Maria Hanke hat den Mann zur Diakonenweihe zugelassen. Die Zulassung sei nach einer "langen und intensiven Zeit der Prüfung" erfolgt, heißt es in einer Stellungnahme des Bistums. Anzeichen für eine rechtsradikale oder extremistische Gesinnung gebe es nicht. Der Fall hat in Eichstätt bereits Schlagzeilen gemacht.

Der angehende Priester stammt aus dem Erzbistum Bamberg und soll 2013 im Würzburger Priesterseminar mindestens drei KZ-Witze gemacht sowie Adolf Hitler imitiert und parodiert haben. Ähnliche Vorwürfe gab es gegen zwei weitere Studenten. Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann bezeichnete das Verhalten der Männer seinerzeit als "nicht entschuldbar". Er setzte eine Untersuchungskommission ein. Nach deren Abschlussbericht flogen zwei der drei Seminaristen umgehend aus dem Seminar. Der Kommissionsvorsitzende sprach von mangelnder Einsicht.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick sagte damals einem Sprecher zufolge aber auch, es gebe keine hoffnungslosen Fälle. Und gerade bei jungen Leuten sei eine Entwicklung leichter möglich. Grundsätzlich werde über die Eignung der Anwärter im Priesterseminar entschieden. "Da ist das Bistum Eichstätt offensichtlich zu einem positiven Ergebnis gekommen", so der Bamberger Sprecher. Das Bistum Eichstätt erklärte, der Mann habe von 2014 an ein einjähriges Orientierungspraktikum in einer Pfarrei der Diözese absolviert. In dieser Zeit sei er in einem therapeutischen Prozess zur Aufarbeitung der Würzburger Vorfälle gewesen und habe in einer Wohngemeinschaft mit einem syrisch-muslimischen Asylbewerber gelebt.