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Eggenfelden:Messerstecher in Psychiatrie eingeliefert

Von Vinzent-Vitus Leitgeb, Eggenfelden

Der Mann, der am Freitagvormittag die Leiterin seines Pflegeheims erstochen haben soll, ist wegen Mordverdachts in die Psychiatrie eingeliefert worden. Das ordnete der zuständige Ermittlungsrichter in Landshut am Samstag an. Zuvor wurde in einem medizinischen Gutachten angezweifelt, dass der Täter schuldfähig ist. Wie die Kriminalpolizei Niederbayern am Montag bekannt gab, war der 51-Jährige schon seit längerer Zeit in Frührente und wegen einer Erkrankung ebenso lange im Pater-Weiß-Wohnstift in Eggenfelden untergebracht. Nach neuestem Stand der Ermittlungen war der Tat ein Gespräch über die Unordnung im Zimmer des Mannes vorausgegangen. Die Heimleiterin habe ihn dazu in ihr Büro kommen lassen, das dieser nach Ende des Gesprächs direkt wieder verlassen habe, so Polizeisprecher Andreas Urban. Kurz darauf sei er jedoch mit einem Küchenmesser wieder zurückgekommen. Damit attackierte er die Heimleiterin von hinten und verletzte sie schwer. Nach der Messerattacke konnte der Angreifer durch mehrere Angestellte des Pflegeheims überwältigt werden, die ihn bis zum Eintreffen der Polizei auch festhielten. Obwohl ein Notarzt noch versuchte, die Heimleiterin zu reanimieren, verstarb die 54-Jährige am Tatort.

Bei den Betreibern der "Pichlmayr Wohn- und Pflegeheime", zu denen das Pater-Weiß-Wohnstift in Eggenfelden gehört, sitzt der Schock derweil tief. In einer Mitteilung der Geschäftsführung sprach diese von tiefer Bestürzung und Fassungslosigkeit. Das Opfer, das durch einen tragischen Akt der Gewalt aus dem Leben gerissen wurde, hinterlasse eine große menschliche und berufliche Lücke. Die Kripo Passau muss nun weitere Ermittlungen führen, Spuren sichern und letzte Zeugen vernehmen. Erst danach kann die Staatsanwaltschaft eine Anklage gegen den Mann vorlegen.

© SZ vom 10.10.2017

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