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Druckmaschinen:Manroland plant Auslagerung

Gewerkschaft fürchtet Verkauf der Sparte und Entlassungen

Der Augsburger Druckmaschinenhersteller Manroland Web Systems plant, fast alle Mitarbeiter aus der Fertigung in eine eigene Produktions-GmbH auszulagern. Davon wären nach Gewerkschaftsangaben 280 Mitarbeiter betroffen. Insgesamt arbeiten rund 1100 Menschen am Standort Augsburg für Manroland. Viele Beschäftigte und auch die IG Metall fürchten, dass die Auslagerung erst der Anfang sein könnte - und dass bald der Verkauf der Sparte und Entlassungen folgen.

Grund für die Auslagerung ist offenbar, dass es zuletzt immer schwieriger wurde, Druckmaschinen zu verkaufen. Tatsächlich sinkt die Nachfrage nach Druckmaschinen kontinuierlich, der Weltmarkt schrumpft. Von der Auslagerung erhofft sich Manroland, die Produktion in Zukunft besser auszulasten und neue Geschäfte zu erschließen. Dagegen hätte auch der Betriebsrat nichts. "Mir erschließt sich aber nicht, warum dafür eine Auslagerung nötig sein soll", sagt Michael Leppek, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Augsburg. Schließlich übernehme Manroland schon jetzt Drittaufträge. Die einzig mögliche Erklärung: Die Geschäftsführung plane, die Produktion in ein paar Jahren komplett zu verkaufen. "Wenn man etwas nicht mehr haben will, gliedert man es aus", sagt Leppek. "Man teilt wie Moses das Wasser: die einen nach links, die anderen nach rechts."

Bei der Belegschaft stößt die mögliche Ausgliederung der Produktion auf Unverständnis. Trotz der schwierigen Marktlage hat Manroland 2016 rund 242 Millionen Euro Umsatz erzielt. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen lag bei 6,5 Millionen Euro, etwas höher als 2015. Die Mitarbeiter reagierten daher geschockt, als am Mittwoch der Plan der Geschäftsleitung durchsickerte. Viele von ihnen haben schon 2011 die Insolvenz mitgemacht. Im Zuge des Verfahrens wurde Manroland 2012 in zwei Unternehmen aufgespalten: Die Possehl-Gruppe aus Lübeck kaufte das Augsburger Werk. Die britische Langley Holding übernahm ein Werk in Offenbach und das Vertriebsnetz. 2014 strich Manroland in Augsburg dann rund 250 Stellen. Auch damals lautete der Grund: sinkende Nachfrage, schrumpfender Markt.

Am Freitag stellte sich die Geschäftsführung den Fragen der Belegschaft, diese reagierte mit Pfiffen und Buh-Rufen. Leppek hofft, dass Possehl und Manroland die Ausgliederung noch einmal überdenken: Man wolle nichts gegen den Willen der Mitarbeiter durchsetzen, habe es geheißen. "Vielleicht geben sie die Pläne ja wieder auf."