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Doping - München:Ermittler: Rad-Manager Erzen fragte bei Mark S. an

Bayern
Vor einem Gerichtsgebäude steht u.a. eine Statue der Justitia. Foto: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

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München (dpa) - Der slowenische Radsport-Manager Milan Erzen hat nach Aussage eines Ermittlers mit dem Doping-Arzt Mark S. zusammenarbeiten wollen. Demnach soll der Funktionär, der als großer Macher im slowenischen Radsport gilt, vor Jahren an den Mediziner herangetreten sein. Das habe Mark S. bei einer seiner Vernehmungen nach dem Auffliegen des Doping-Rings erzählt, berichtete ein involvierter Zollbeamter am Freitag als Zeuge vor dem Landgericht München.

"Er wollte eine Geschäftsbeziehung eingehen", sagte der Ermittler. Demnach habe Erzen bei Mark S. unter anderem nach "einer Maschine" - offenbar zur Aufbereitung von Blut - angefragt. Erzen, der aktuell beim Elite-Rennstall Bahrain-Merida arbeitet, stritt dies bereits 2019 ab, als die Zeitung "Le Monde" über die Ermittlungen berichtete.

Mark S. habe eine Zusammenarbeit mit Erzen aber abgelehnt, sagte der Zollbeamte aus Nürnberg, der bei zwei Vernehmungen mit dem Arzt im Frühjahr 2019 dabei war. Der Rad-Manager habe später noch über SMS Kontakt aufgenommen und nachgehakt. Doch Mark S. habe nicht reagiert.

Nach Bekanntwerden der Affäre um die "Operation Aderlass" und die Berichte über Erzen hatte der Radsport-Weltverband UCI Untersuchungen gegen den Manager eingeleitet, aber kein Verfahren eröffnet.

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