Das Niedrigwasser in der Donau hat am Wochenende Weltkriegsmunition an die Wasseroberfläche gebracht. Ein Mann, der hobbymäßig mit einer Sonde unterwegs war, fand so am Samstag einen Gefechtskopf einer Panzerfaust am begehbaren Donaugrund bei Deggendorf, wie die Polizei mitteilte. Das Sprengkommando beseitigte das Kampfmittel.
Es habe aber keine Gefahr bestanden, da kein Zünder mehr vorhanden war. Auch bei Kelheim rückten Experten zu einem gefundenen Gegenstand aus. Hier fand ein 41-Jähriger am Sonntag eine Granate am Donauufer. Der Kampfmittelräumdienst entschärfte sie. Auch hier ging laut Polizei keine Gefahr für die Öffentlichkeit aus. Beide Gegenstände sollen aus dem Zweiten Weltkrieg stammen.
Solche Funde sind nicht nur ein Ergebnis des momentanen Niedrigwassers. Mehr als 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges werden in Bayern noch fast täglich Bombenblindgänger, Munition und andere Kampfmittel gefunden. Im vergangenen Jahr beseitigte der Kampfmittelräumdienst mehr als 100 Tonnen Bomben, Granaten und Munition, teilte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) mit. Das seien 13 Tonnen mehr als im Jahr 2024. Den Steuerzahler kostete die Beseitigung im vergangenen Jahr knapp 1,9 Millionen Euro.
„Vor allem in den Gegenden, die während des Krieges im Fokus von Bombardierungen standen, müssen wir auch weiterhin damit rechnen, Blindgänger zu finden“, sagte der Innenminister. Die Alliierten hatten im Krieg vor allem die Großstädte München, Nürnberg, Würzburg und Augsburg mit ihren Industrieanlagen und Verkehrsknotenpunkten ins Visier genommen.
Herrmann warnte die Bevölkerung, bei Zufallsfunden selbst tätig zu werden. Die Sprengkörper dürften keinesfalls angefasst werden, in jedem Fall müsse die Polizei verständigt werden. Eltern sollten ihre Kinder auf die Gefahren solcher Funde hinweisen.


