Domino-Verlag stellt Arbeit ein Das Ende für "floh!" und "Flohkiste"

Der Münchner Domino-Verlag stellt seine Arbeit ein. Damit erscheinen im Dezember die bekannten Jugend-Schulzeitschriften Flohkiste und floh! nach 40 Jahren zum letzten Mal, wie der Verlag bekannt gibt. Die Auflage sei in den vergangenen Jahren drastisch gesunken, sagte Verleger Günter Brinek. Ursache dafür sei eine Verunsicherung unter den Lehrern. Die Flohkiste für Grundschüler und den floh! für ältere Kinder gab es nicht am Kiosk, sondern nur im Abonnement; bekannt gemacht wurden sie durch Lehrkräfte. Doch diese empfahlen die Zeitschriften zuletzt immer seltener, weil sie wegen verschärfter Bestimmungen des Kultusministeriums zu Werbung an Schulen juristischen Ärger befürchteten. Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV), der die Zeitschriften herausgibt, habe die Lehrer nicht ausreichend ermutigt. "Wir bedauern sehr, dass der Domino-Verlag seine Arbeit einstellt", sagte BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann. Sie bestätigte, dass Hintergrund "auch die verschärften Bestimmungen" gewesen seien. Der Domino-Verlag wurde 1964 von Brinek gegründet. Flohkiste und floh! gingen 1978 aus der Zeitschrift Jugendlust hervor, die es seit 1876 gab. An der Aufbereitung leicht verständlicher Sachthemen wirkten Pädagogen aus zwölf Bundesländern mit. Die Hefte gab es bundesweit, besonders beliebt waren sie in Bayern und Nordrhein-Westfalen. In der Spitze betrug die Auflage 350 000 Exemplare, zuletzt seien es wenige Zigtausend gewesen.