Dobrindts beste Sprüche:"Das faulste Ei in der deutschen Politik"

Alexander Dobrindt geht als Minister nach Berlin. Als CSU-Generalsekretär hat er seinem Ruf als Haudrauf alle Ehre gemacht. Seine verbalen Ausfälle.

gesammelt von Anna Fischhaber

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Alexander Dobrindt geht als Minister nach Berlin. Als CSU-Generalsekretär hat er seinem Ruf als Haudrauf alle Ehre gemacht. Seine verbalen Ausfälle. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt hat seinem Ruf als Verbal-Haudrauf einmal mehr alle Ehre gemacht. Gerade hat er EZB-Präsidenten Mario Draghi als "Falschmünzer" beleidigt - und nebenbei die Krisen-Politik von Kanzlerin Angela Merkel lächerlich gemacht. Doch: Es war nicht die erste Attacke des bayerischen Politikers.

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Anfang März schaltete sich Dobrindt in die Diskussion um die Homo-Ehe ein. Er wetterte in einem Interview mit der Welt am Sonntag: "Die Union als Volkspartei hat die Aufgabe, der stillen Mehrheit eine Stimme zu geben gegen eine schrille Minderheit." Und weiter: "Zeitgeistgetriebene" und "Lobbyisten von Einzelgruppen" würden hier "ein völliges Zerrbild" vermitteln. Man sollte stattdessen besser die Stammwähler motivieren. "Der eine oder andere in der CDU" müsse sich bewusst machen, dass eine Volkspartei nicht erfolgreich sein könne, wenn sie konservative Positionen vernachlässige, sagte Dobrindt. 

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"Taliban-Abwrackprämie" nannte er die Afghanistan-Strategie der Bundesregierung 2010, gemäßigte Taliban auch durch finanzielle Unterstützung für eine Zusammenarbeit zu gewinnen. Spätestens da begann man in Berlin den Kopf über den CSU-Mann zu schütteln. Vor allem da keine Seite vor seinen Angriffen gefeit ist.

Dobrindts Attacken richten sich gegen alle Parteien. Nachdem auf einem CSU-Plakat neben dem Bild einer verwelkten Sonnenblume zu lesen war "Scheinheilig. Unglaubwürdig. Grün", legte er noch einmal nach - und  bezeichnete die Grünen im Dezember 2010 als "eine Protestsekte".

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Über den bayerischen SPD-Spitzenkandidaten Christian Ude sagte Dobrindt: "Ein Flop-Kandidat ohne Themen, ohne Visionen." Die Bayern-SPD generell? "Eine traurige Truppe." Sie leide unter dem "Ude-Malus", es gebe eine "schwere politische Depression". Nicht viel besser kam der ehemalige SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier weg: "Mit Steinmeier ist die SPD wie auf der Titanic: Das Schiff säuft ab, aber die Kapelle soll weiterspielen", so Dobrindt. Am heftigsten traf es allerdings NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ...

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Auf einer Landesversammlung der bayerischen Jungen Union beschimpfte Dobrindt Kraft als das "das faulste Ei in der deutschen Politik". Der Zeitpunkt war allerdings schlecht gewählt: Fast zeitgleich hielt Kraft die Trauerrede für die Toten der Loveparade - und Dobrindt musste sich schließlich entschuldigen.

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Auch der Koalitionspartner FDP musste sich schon die ein oder andere Schmähung gefallen lassen - ihn beschimpfte Dobrindt einst als "Gurkentruppe". Allerdings hatten die Liberalen zuvor über die "Wildsau"-Politik der CSU gespottet. Auch einen Spitznamen hatten sie für den CSU-Generalsekretär rasch gefunden: "Doofbrindt". Aber auch mit den "Wutbürgern" scheint ausgerechnet der Mann, der so gerne Wutreden hält, so seine Probleme zu haben ...

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Im Herbst 2010 erklärte er: "Diejenigen, die gestern gegen Kernenergie, heute gegen Stuttgart 21 demonstrieren, die müssen sich dann auch nicht wundern, wenn sie übermorgen irgendwann ein Minarett im Garten stehen haben." Bei einer Demo gegen die Dritte Startbahn in München musste dann Dobrindt selbst einstecken: Ein Teilnehmer bewarf ihn im Juli 2011 mit einer Tomate.

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Auch die Diplomatie mit ausländischen Staatschefs scheint nicht Dobrindts Stärke zu sein. Erst im März erklärte er anlässlich einer Preisverleihung mit dem türkischen Ministerpräsidenten: "Einen Toleranz-Preis ausgerechnet an Erdogan zu vergeben, ist eine bizarre und geschmacklose Fehlleistung. Erdogan hätte einen Preis für Intoleranz verdient." Foto: Dobrindt als Joker aus Batman bei der Fastnacht in Franken

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