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Digitalisierung:Schnelles Netz für Schulen

Staatsregierung lobt sich selbst für Ausbau der Infrastruktur

Die Anbindung bayerischer Schulen an "schnelles" und "superschnelles Internet" ist nach Einschätzung der Staatsregierung weiter fortgeschritten als oft bemängelt. Demnach hat mehr als die Hälfte der öffentlichen Schulen bereits Zugang zu "gigabitfähiger Infrastruktur", wie Finanzminister Albert Füracker (CSU) und Kultusminister Michael Piazolo (FW) am Mittwoch mitteilten. Mehr als 95 Prozent der öffentlichen Schulen verfügten zudem über einen Glasfaseranschluss oder seien seine Erschließung aktiv angegangen. Die Staatsregierung hatte sich im Zuge der Corona-Krise mit Vorwürfen von Opposition, Eltern und Lehrern konfrontiert gesehen, dass das Internet an den Schulen zu langsam sei. "Wir treiben die Digitalisierung an Schulen weiter voran", sagte Piazolo nun. "Corona hat in dieser Hinsicht einen zusätzlichen Schub verliehen."

Allerdings weisen Experten seit Jahren daraufhin, dass das Thema Digitalisierung nicht mit dem Glasfaserkabel vor der Haustür ende: Generell seien darunter Ansätze zu verstehen, wie man mit einer zunehmend vernetzten Welt umgehe und sie sich nutzbar mache - als Gesellschaft wie als Betrieb oder Privatperson. Die SPD-Landtagsfraktion kritisierte am Mittwoch denn auch die "schleppende Digitalisierung" an den Schulen. Demnach würden die vom Bund bereitgestellten Mittel aus dem Digitalpakt von den Kommunen kaum abgerufen. In ganz Oberfranken etwa sei nur ein einziger Antrag bewilligt worden. 25 Prozent aller Klassenzimmer und Fachräume verfügten nicht einmal über einen LAN-Anschluss, ein Drittel aller Schulen habe kein WLAN. "Es nützt nichts, wenn es vor der Schule zwar eine Glasfaserleitung gibt", sagte der Abgeordnete Klaus Adelt: "Die Lan und Wlan-Verbindungen müssen auch in den Klassenzimmern ankommen."

Füracker und Piazolo hatten am Mittwoch den "digitalen Schulatlas" freigeschaltet. Unter www.schulatlas.bayern.de ist abrufbar, wie es um die Internetverbindung sämtlicher 6090 Schulen Bayerns bestellt ist. Ein erster Blick zeigt, dass in den Städten viele Schulen bereits Glasfaseranschlüsse haben, während sie auf dem Land vielfach noch im Bau sind.

© SZ vom 10.09.2020 / dpa, maxi

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