Die Freien Wähler und Gabriele Pauli Rauswurf zur rechten Zeit

Wenn politische Leidenschaft in Lächerlichkeit umschlägt: Gabriele Pauli hat sich in den vergangenen zwei Jahren in eine Egomanin verwandelt.

Ein Kommentar von Annette Ramelsberger

Das war's. Die Freien Wähler im bayerischen Landtag haben Gabriele Pauli aus ihrer Fraktion ausgeschlossen. Und das war auch allerhöchste Zeit. Sie haben sich von der Frau getrennt, die gerade noch ihre Spitzenkandidatin für die Europawahl war und ihnen auch bei der Landtagswahl mit ihrer Bekanntheit schöne Stimmengewinne gebracht hat. Gabriele Pauli hat den Freien Wählern geholfen. Doch nun ist sie zur Belastung geworden.

Sieht sie sich bereits als Kanzlerin? Gabriele Pauli, einst redliche Landrätin gibt sich der Lächerlichkeit preis.

(Foto: Foto: Reuters)

Sie will ohne Organisation, ohne Geld, und, das ist das Schlimmste, ohne Ideen, eine Partei gründen und zur Bundestagswahl antreten. Gegen den Willen ihrer Kollegen von den Freien Wählern, ohne Rücksicht auf deren Warnungen. Pauli, die 18 Jahre lang ordentliche Arbeit als Landrätin im Kreis Fürth gemacht hat, hat sich in den vergangenen zwei Jahren zu einer Egomanin verwandelt, die kein Gefühl dafür hat, wo politische Leidenschaft umschlägt in Lächerlichkeit.

Bereits als sie sich im Jahr 2007 um den Vorsitz der CSU bewarb, erkannte man in ihrer Rede eine Selbstbezogenheit, die selbst Wohlmeinende als naiv und peinlich empfanden.

Pauli hat sich stets als Opfer stilisiert, das sich tapfer gegen alle möglichen Repressionen wehrt. Anderen wirft sie dagegen gerne vor, sie trauten sich nicht, einen eigenen Weg zu gehen. Doch ein eigener Weg muss auch ein Ziel haben, und dieses Ziel kann sich nicht darin erschöpfen, die Rolle der Jeanne d'Arc Bayerns zu spielen. Die Freien sehen ihr Ziel in ernsthafter Landes- und Kommunalpolitik, nicht in einem aussichtslosen Bundestagswahlkampf, den Pauli unbedingt will. Am Ende wird sie sich noch als Kanzlerkandidatin ausrufen. Mindestens.

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