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Die besten Sprüche vom Gillamoos:"Komm herüber, altes Schlachtross!"

Schlagabtausch beim Gillamoos-Volksfest in Niederbayern: Nur einen Steinwurf voneinander entfernt liefert sich die Polit-Prominenz eine wahre Redeschlacht. Merkel, Trittin, Ude und Co. zeigen, dass sie austeilen können. Ein FDP-Politiker hingegen verblüfft mit einer Liebeserklärung an die bayerischen Frauen.

Sprüche

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Politischer Gillamoos

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Schlagabtausch beim Gillamoos-Volksfest in Niederbayern: Nur einen Steinwurf voneinander entfernt liefern sich die prominenten Polit-Redner wahre Redeschlachten. Dabei geht es traditionell derb zu - in diesem Jahr kommt aber noch ein Liebes-Outing eines FDP-Politikers hinzu. Die besten Sprüche aus den Bierzelten.

Jürgen Trittin auf Gillamoos-Volksfest

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Jürgen Trittin will seine Grünen als Spitzenkandidat in den Bundestagswahlkampf führen. Dass er dem politischen Gegner ordentlich einen mitgeben kann, beweist er auf dem Gillamoos. "Wie heißt es so schön? Blöd, blöder, Söder!", schickt er an die Adresse des bayerischen CSU-Finanzministers.

An die Adresse der Bundeskanzlerin sagt er: "Angela Merkel müsste eigentlich vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Denn keine Bundesregierung hat so oft gegen die Verfassung verstoßen wie die aktuelle."

Und auch der potentielle Koalitionspartner bekommt beim Thema Flughafen sein Fett vom Grünen-Fraktionschef weg: "In Berlin brauchen wir keinen Bürgerentscheid. Da garantiert Wowereit, dass der Flughafenausbau nie fertig wird."

Doch nicht nur im Bund, auch in Bayern, so Trittin, sei es Zeit für einen Regierungswechsel. Die CSU regiere nun länger als Fidel Castro in Kuba. Alleine schon, um Horst Seehofer die Trainingsanzüge zu ersparen, die Castro trägt, müsse der Wechsel her.

Christian Ude auf Gillamoos-Volksfest

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Bevor Christian Ude die Bühne im SPD-Zelt betritt, gibt Landeschef Florian Pronold (links) den Einheizer. Und der knöpft sich erst einmal Finanzminister Markus Söder vor, der kürzlich mit dem Negativpreis "Goldener Föhn" als "größter Dampfplauderer" ausgezeichnet wurde. "Weil er der Politiker ist, der am meisten heiße Luft verbreitet", ruft Pronold.

Sein Urteil über die Bundesregierung: "Ein Hühnerhaufen ist eine militärische Kampfformation im Vergleich zur schwarz-gelben Koalition. Die streiten wie die Kesselflicker."

Christian Ude auf Gillamoos-Volksfest

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SPD-Hauptredner Christian Ude watscht erst einmal CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt ab. Der Kanzlerin trete doch nur in Abensberg auf, "damit sich die frechen Buben an Muttis Rockzipfel wieder festhalten können", sagt er. "Das ist nicht wie hier ein Treffen von Gleichgesinnten, sondern das ist eine pädagogische Maßnahme für unerzogene Generalsekretäre, die eine Wirtshausschlägerei nicht von internationaler Finanzpolitik unterscheiden können".

Und weiter zum Dauerstreit in der schwarz-gelben Bundesregierung: "Das sind fast schon Wunschrufe: Befreit uns endlich von der Regierungslast. Wir können es nicht."

Hubert Aiwanger

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Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger (Archivfoto) fordert die Kanzlerin, die nebenan bei der CSU spricht, zum Nahkampf heraus: "Komm herüber, altes Schlachtross", ruft er zur Gaudi des Publikums in den Weißbierstadel. "Hier siehst du die politische Alternative."

Dann kritisiert er die Griechenland-Hilfen, den "Rettungsschirm-Wahnsinn" und tauft Angela Merkel "Milliardenmutti". Schließlich geht es noch um die Rentenpläne der Bundesregierung, die Aiwanger für verlogen hält: "Was bekomme ich für eine Rente in Höhe von 600 bis 800 Euro? Eine Dose Katzenfutter oder drei Bananen."

Landtag Bayern

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Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im bayerischen Landtag, Margarete Bause (Archivfoto), fordert in ihrer Ansprache einen geistigen Armutsbericht für Bayern. Darin würde CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt sicher viel Raum einnehmen, meint sie. Er habe es sich ja ohnehin unter der geistigen Armutsgrenze gemütlich eingerichtet.

Auch über Ministerpräsident Horst Seehofer und seine Energiewende lästert Bause: "Ui, Wende? Kann ich auch! Mach ich jeden Tag."

Zeil will Oeko-Ziele im Alpenplan fortschreiben

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Bayerns Wirtschaftsminister von der FDP hat es mal wieder auf die Grünen abgesehen. "Die Grünen werden erst dann Ruhe geben, wenn auch auf der Maß Bier und dem Schweinsbraten hier am Gillamoos eine Ernährungsampel aufgedruckt ist. Das werden wir ihnen versalzen", sagt Martin Zeil, der als Vorredner für Wolfgang Kubicki auftritt.

Und zu der Spitzenkandidatur von SPD-Mann Christian Ude bei der Bayern-Wahl sagt Zeil: "Für den eitlen Selbsterfahrungstrip eines Schwabinger Salonlinken ist unser Freistaat wahrlich zu schade."

Wolfgang Kubicki auf Gillamoos-Volksfest

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Dann kommt FDP-Mann Wolfgang Kubicki auf die Bühne, der die Suche der Grünen nach einem Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl hämisch kommentiert: "Ich plädiere für Renate Künast. Der Frau steht das Lebensglück so richtig ins Gesicht geschrieben."

Auch die SPD bekommt ihr Fett weg: "Man kann auch unter Sozialdemokraten ein kleines Vermögen machen, wenn man vorher ein großes hatte." Nicht einmal Angela Merkel wird verschont. "Wir sind aus der Atomkraft ausgestiegen, weil die Kanzlerin über Nacht gemerkt hat, dass ein Kernkraftwerk auch kaputt gehen kann", sagt Kubicki.

Und dann outet sich Kubicki noch als Liebhaber bayerischer Frauen: "Ich bin das erste Mal hier in diesem wunderschönen Landstrich. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, weil ich liebe Ihre Sprache. Besonders, wenn sie von weiblichen Mitgliedern Ihrer Gemeinschaft ausgesprochen wird. Ich hatte in meinem Leben zwei bayerische Freundinnen, eine aus Augsburg und eine aus Passau."

Angela Merkel auf Gillamoos-Volksfest

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Wenn sich eine norddeutsche Protestantin ins niederbayerische Bierzelt verirrt, dann muss das schon ein ganz besonderer Anlass sein. Und Angela Merkel ist sichtlich zufrieden. "Ich freu' mich, dass ich nach zehn Jahren wieder hier sein darf. Ist ja ne Leistung, wieder eingeladen zu werden, dann kann es damals nicht so schlimm geweisen sein", sagt die Kanzlerin zu Beginn ihrer Rede.

Zumal die Bayern ja auch richtig fortschrittlich sein können: Jeder dritte frischgebackene Vater in Bayern beziehe Elterngeld. "Wir im Norden hätten das nie gedacht von Bayern, aber Wunder muss man akzeptieren", sagt Angela Merkel.

Zum Streit mit der Schwesterpartei CSU in der Griechenland-Debatte hält sie sich vornehm zurück. Nur so viel: "Ich bin gerne hier im CSU-Zelt. Wenns drauf ankommt, halten CDU und CSU zusammen! Das war immer gut für Deutschland!"

Politischer Gillamoos

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Mehrere echte Politiker haben bei ihren Bierzeltreden auf dem Gillamoos schon bittere Reinfälle erlebt - ein falscher Politiker dagegen hat alljährlich Erfolg. Kabarettist Wolfgang Krebs tritt im Ottenbräu-Zelt in einer Vierfachrolle auf:  Als früherer CSU-Chef Edmund Stoiber besticht er durch kreative Wortschöpfungen: "Der Gillamoos, liebe Freundinnen und Freunde, das ist eben nicht nur ein Jahrmarkt und ein Volksfest, wie die Frau Merkelbunzlerin, äh die Frau Kandisbrunzler, äh die Merkelkanzlerin soeben ausgeführt hat." Sondern auch ein "Halleluja des Klartexts".

Krebs gibt aber nicht nur den Stoiber, sondern zeigt mit seiner Interpretation von Angela Merkel (Foto), Horst Seehofer und Christian Ude durchaus Verwandlungstalent.

© Süddutsche.de/dpa/tob/joku

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