Demoskopen:Profiteure sind laut Forsa die Grünen und die AfD

Sein Finanzminister Markus Söder weist schon seit Wochen darauf hin, dass die CSU vom Niedergang der CDU angesteckt werden könne. "Horst Seehofers Strategie ist richtig", sagt Söder am Mittwoch. Die Umfrage könne er nicht nachvollziehen, seine Wahrnehmung sei eine andere: Dass nämlich "unser Kurs von der überragenden Mehrheit der Bevölkerung und der Mitglieder geteilt wird". JU-Chef Hans Reichhart teilt diese Einschätzung. Nicht die CSU, sondern die CDU müsse sich bewegen. Söder sagt: "Die Sorgen liegen in Berlin."

Andere in der CSU geraten mit Blick auf die neuen Umfragewerte ins Grübeln. Die 40 Prozent kämen nicht überraschend, sagt ein Vorstandsmitglied. Nicht nur die Gesellschaft, auch die Anhängerschaft sei bereits gespalten. Insbesondere Mitglieder, die stark in den Kirchen verankert seien, fühlten sich von der Kritik an Merkels humaner Flüchtlingspolitik getroffen. Man vergraule Wähler aus der Mitte.

Passend dazu hat Alois Glück, der frühere CSU-Fraktionschef und Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, soeben eine 21-seitige Denkschrift über politische Verantwortung und Wertekonflikte veröffentlicht. Die CSU sei keine Protestpartei, heißt es darin, sondern eine Partei mit Gestaltungskraft.

Profiteure sind laut Forsa die Grünen (14 Prozent) und die AfD (10), die SPD stagniert bei 16 Prozent. Der Streit in der Union stoße inzwischen viele CSU-Wähler ab, sagen interne Kritiker. Mit den 40 Prozent sei man in der harten Realität angekommen. Bayern leiste mit seiner Flüchtlingspolitik zwar mehr als alle andere Bundesländer, die CSU übertöne durch ihre scharfe Rhetorik aber all diese Leistungen.

Die CSU-Führung macht für die Probleme Merkel verantwortlich. Im unteren vierstelligen Bereich lägen die Parteiaustritte in diesem Jahr, zu etwa 80 Prozent würden sie mit der Politik der Kanzlerin erklärt. Die Eintritte sind zwar annähernd doppelt so hoch. Begründet werden sie aber nicht.

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