Deggendorf:Mord oder Totschlag?

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Deggendorf: Dominik R. sitzt zwischen seinen Verteidigern im Verhandlungssaal des Landgerichts Deggendorf. Dass er seine Ex-Freundin getötet hat, steht außer Frage. Nun muss das Gericht klären ob es Totschlag war oder doch Mord.

Dominik R. sitzt zwischen seinen Verteidigern im Verhandlungssaal des Landgerichts Deggendorf. Dass er seine Ex-Freundin getötet hat, steht außer Frage. Nun muss das Gericht klären ob es Totschlag war oder doch Mord.

(Foto: Armin Weigel/dpa)

Eigentlich sollte im Prozess um den grausamen Tod einer jungen Mutter am Landgericht Deggendorf das Urteil gegen den Ex-Freund der Frau gefällt werden. Stattdessen geht es darum, wie sie ihre Haare trug.

Von Deniz Aykanat, Deggendorf

Dominik R. betritt den Sitzungssaal 1 des Landgerichts Deggendorf, kahlgeschorener Kopf, Brille mit dickem dunklen Rand, kurzer, sauber getrimmter Vollbart. Er trägt eine blaue Hose, die der Arbeitskluft von Elektrikern oder Maurern ähnelt. Aber Dominik R. kommt nicht von der Arbeit, sondern aus der Justizvollzugsanstalt Straubing, in der er seit 2017 einsitzt. Und die Frage an diesem Dienstag im Landgericht Deggendorf ist, wann Dominik R. dieses Gefängnis wieder verlassen wird. Nach den zwölf Jahren, zu denen er 2017 am Landgericht Passau wegen Totschlags seiner Ex-Freundin verurteilt worden war? Bei guter Führung vielleicht schon nach acht Jahren? Oder aber erst nach 15 Jahren oder mehr? Wenn ein Urteil wegen Mordes erfolgte.

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