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Deggendorf:Neun Verletzte nach Schlägerei vor "Ankerzentrum"

Schlägerei vor Ankerzentrum - Neun Verletzte

Polizisten gehen auf dem Gelände der Außenstelle Stephansposching des Ankerzentrums Deggendorf.

(Foto: dpa)

20 bis 30 Menschen sollen sich lautstark vor dem Gebäude gestritten haben, es flogen Steine. Unter den Verletzen waren auch ein Polizist und drei Wachleute.

Vor dem "Ankerzentrum" in Deggendorf ist ein Streit eskaliert. Neun Menschen wurden leicht verletzt, darunter ein Polizist und drei Wachleute. Nach Angaben der Polizei von Mittwoch stritten sich etwa 20 bis 30 Menschen am Dienstagabend lautstark vor dem Gebäude, es flogen Steine. "Sie wurden aber nicht gezielt gegen Einsatzkräfte geworfen", sagte ein Sprecher.

Zahlreiche Polizisten der umliegenden Dienststellen sowie die Bereitschafts- und Bundespolizei waren vor Ort. Gemeinsam mit dem Sicherheitsdienst gelang es schließlich, die Streitenden zu trennen und die Lage zu beruhigen. Sechs Asylbewerber wurden in Gewahrsam genommen. Sie sollten im Laufe des Mittwochs befragt werden. Der Grund des Streits war zunächst unklar.

Es war nicht der erste Großeinsatz im "Ankerzentrum" in Deggendorf. Erst im Oktober kam es dort in einer Außenstelle in Stephansposching zu Ausschreitungen. Ausgelöst hatte dies ein 29-jähriger Mann, der bei einer versuchten Abschiebung eines anderen Asylbewerbers die Beamten angriff.

"Anker" ist eine Abkürzung und steht für An(kunft), k(ommunale Verteilung), E(ntscheidung) und R(ückführung). Bayernweit gibt es sieben Ankerzentren - in Bamberg, Schweinfurt, Deggendorf, Donauwörth, Zirndorf, Regensburg und Manching. Die ersten waren im August 2018 als Pilotprojekt eingerichtet worden. Sie sind die ersten Anlaufstellen für Migranten zur Prüfung ihrer Asyl-Chancen. Ziel des Bundes ist es, die Asylverfahren durch kurze Behördenwege dort schneller abschließen zu können - sei es mit einer Abschiebung oder einer Bleibegenehmigung.

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