Datenanalyse zur Landtagswahl Wo die AfD ihr landesweit stärkstes Ergebnis hatte

Auf je sechs Silbermedaillen kommen SPD und AfD. In den ehemaligen Hochburgen der bayerischen Sozialdemokratie, München und Nürnberg - in beiden Städten stellt die SPD aktuell den Oberbürgermeister - reichte es nirgendwo für einen zweiten Platz. Den holten die Roten nur noch in den zwei oberpfälzischen und vier oberfränkischen Stimmkreisen. Ganz im Nordosten des Freistaats liegt mit Hof auch der einzige Stimmkreis, in dem die SPD noch über zwanzig Prozent hinauskam.

Die sechs Zweitplatzierungen der AfD sind dagegen auf vier Regierungsbezirke verteilt. Ihr landesweit stärkstes Ergebnis erzielten die Rechtspopulisten im Stimmkreis Regen/Freyung-Grafenau an der tschechischen Grenze. Überraschend sind die AfD-Erfolge im wirtschaftsstarken Oberbayern. In Pfaffenhofen an der Ilm beispielsweise, wo mit einer Arbeitslosenquote von 1,4 Prozent Vollbeschäftigung herrscht, entschieden sich 12,9 Prozent der Wähler für die AfD.

Schnell erzählt ist dagegen die Geschichte der CSU: Deren fünf Zweitplatzierungen erreichte sie in den fünf Münchner Stimmkreisen, in denen es nicht für den ersten Platz reichte.

Gerade die CSU dürfte aber die Partei sein, die von Bayerns neuer Buntheit am meisten profitiert. Mit der Alleinherrschaft der Christsozialen ist es zwar vorerst vorbei - aber bisher gelingt es keiner Partei, sich landesweit als zweite starke Kraft zu etablieren. Das wäre aber wohl die Voraussetzung, um zur ernsthaften Gefahr für die CSU zu werden und ihr irgendwann vielleicht sogar das Amt des Ministerpräsidenten streitig zu machen.

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Landtagswahl

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