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Oberfranken: Neues Logo:"Das Logo soll seine Aufgabe erfolgreich erledigen"

Bis hierhin stimmen noch viele der etwa 1,1 Millionen Oberfranken zu. Nur über das Wie tobt ein Streit, der die Leserbriefspalten in den Lokalzeitungen füllt. Quelle des Zorns ist das neue Logo für Oberfranken, das im Juni vorgestellt wurde. Es zeigt, in den Franken-Farben Rot und Weiß, die Silhouette des Bezirks, an den Rändern weich gezeichnet und mit einem Schatten versehen. Die Kommentare der Oberfranken fielen eher abfällig aus. "Kuhhaufen" war noch einer der harmloseren, "Knutschfleck" ein anderer. Ihn findet Huml "gar nicht so schlimm, sondern ganz charmant. Das klingt fast liebevoll".

"Bei dem Logo geht es nicht um Geschmacksfragen", hält Ulrike Mayer-Johannsen Kritikern entgegen. Die Professorin aus Berlin gestaltet mit ihrer Firma MetaDesign den Dachmarkenprozess und gilt als eine der führenden Expertinnen, wenn es um die Schaffung eines unverwechselbaren regionalen Erscheinungsbildes geht. "Das Logo soll nicht einfach nur gefallen, sondern seine Aufgabe erfolgreich erledigen", sagt Mayer-Johannsen.

Aus der Vielfalt heraus soll ein Einheitsbewusstsein entstehen

Es soll also schlichtweg einen Wiedererkennungswert haben. Dazu müssen es idealerweise möglichst viele oberfränkische Firmen auf ihren Briefköpfen, Broschüren und Internetseiten verwenden, Autofahrer auf ihr Heck kleben und Kulturschaffende auf Plakate drucken.

Das Logo ist allerdings nur ein Stein im Mosaik. Um Oberfranken "vom Regierungsbezirk zum Identitätsraum zu machen, müssen wir die Besonderheit des Alltäglichen herausarbeiten", sagt die Professorin. In Workshops ließ Mayer-Johannsen Stärken und Schwächen der Region analysieren, woraus sich drei charakteristische Attribute ableiten ließen. Oberfranken ist demnach lebenswert, echt, sinnlich. Und damit markant.

Es entstanden ein Werbespot, eine Fotoserie und Broschüren, die genau dieses transportieren. So eine umfassende Kampagne kostet - bislang eine halbe Million Euro. Schnell verbreitete sich in der Öffentlichkeit die Kurzfassung, man habe MetaDesign 500.000 Euro für ein simples Logo in den Rachen geworfen. Heimische Werbeleute kritisierten, dass der Auftrag nicht an sie, sondern an eine Agentur aus Berlin ging.

Huml hält all das für zu kurz gegriffen. Der Blick von außen auf die Oberfranken schade nicht, sagt sie. "Vor allem aber hat MetaDesign Erfahrungen mit solchen Dachmarkenprozessen." Die Bevölkerung und auch die Agenturen am Ort würden bei den weiteren Schritten eingebunden.

"Bis die Dachmarke verinnerlicht ist, wird es ein harter und schwieriger Prozess", prophezeit Bezirksheimatpfleger Dippold. Dennoch bekennt er sich dazu, "weil hier keine Gleichmacherei versucht wird". Aus der Vielfalt heraus soll ein Einheitsbewusstsein entstehen, ein gemeinsames Regionalmarketing. So etwas kann dauern, sagt Dippold: "Was in Oberfranken 200 Jahre lang versäumt wurde, kann man nicht in ein, zwei Jahren aufholen."