Landtagswahl in Bayern 39 Prozent in Bayern halten "die CSU" für das größte Problem

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bei einer Pressekonferenz.

(Foto: dpa)
  • Der Streit um die Asylpolitik belastet Europa und droht, die Union aus CDU und CSU zu spalten.
  • Die Christsozialen bekommen die Auswirkungen des Streits nun auch durch Umfrageergebnisse zu spüren: Mit der Arbeit der Kanzlerin zeigen sich mehr Menschen zufrieden als mit der des Ministerpräsidenten.
  • Gefragt nach den größten Problemen in Bayern, nannten 39 Prozent die CSU an erster Stelle - gefolgt von Flüchtlingen und dem Wohnungsmarkt.

Sollte die CDU bei Bundestagswahlen in Bayern antreten, würde sie einer Umfrage zufolge der CSU mehr als die Hälfte der bisherigen Wähler (54 Prozent) abjagen. Das berichtet die Zeit unter Berufung auf eine Forsa-Erhebung, die zwischen dem 21. und 22. Juni in Bayern in 1033 Wahlberechtigte befragt hat. Die CDU käme damit in Bayern auf 33 Prozent. In einer offen gestellten Frage nannten die meisten Befragten zudem als größtes Problem in Bayern die "CSU" (39 Prozent) vor "Flüchtlingen" (30 Prozent) und der "Lage am Wohnungsmarkt" (24 Prozent).

Bereits vor zwei Tagen ging eine Zahl aus der Umfrage durch die Medien, die beim bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder für Beunruhigung gesorgt haben dürfte: Die von der CSU heftig attackierte Bundeskanzlerin erhält in Bayern mehr Zuspruch als Söder. Der Forsa-Umfrage zufolge sind nur 38 Prozent der Bayern mit der Arbeit des Ministerpräsidenten zufrieden, 56 Prozent dagegen sind weniger zufrieden oder unzufrieden. Mehrheitlich zufrieden mit Söder sind lediglich die Anhänger der CSU (56 Prozent) und der AfD (67 Prozent). Mit Merkels Arbeit sind laut Forsa dagegen 43 Prozent der Befragten in Bayern zufrieden.

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Daraus ließe sich ablesen, dass der harte Kurs der CSU in der Flüchtlingspolitik und der damit einhergehende Dauerstreit mit der CDU bei den Wählern nicht gut ankommt - in der Partei selbst sieht man das freilich anders. In der Bevölkerung gebe es "nach wie vor großen Rückhalt" für die Positionen der Partei, sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume am Mittwoch. "An unseren Grundpositionen hat sich nichts verändert. Wir sind klar in der Sache und bleiben hart."

Bei einer Landtagswahl käme die CSU derzeit auf 40 Prozent der Stimmen, wie aus der Umfrage des Forsa-Instituts hervorgeht - bei der vergangenen Landtagswahl hat die Partei noch 47,7 Prozent erreicht. Wie sehr sich der steigende Druck auf die entscheidenden Sitzungen von CDU und CSU am Sonntag auswirkt, wird sich zeigen. CSU-Chef Horst Seehofer hat sich bei seinem Auftritt bei Sandra Maischberger jedenfalls halbwegs zuversichtlich gezeigt, es werde bestimmt eine "schöne Lösung" geben. Darauf muss die CSU hoffen. Denn träte die CDU künftig bei Bundestagswahlen auch in Bayern an, würde das die bisherigen CSU-Wähler freuen: 54 Prozent würden zur CDU wechseln.

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