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CSU: Streit um Quote:Frauen gegen Frauen

Offizielle Kampfansage: Die Junge Union wird sich mehrheitlich gegen eine Frauenquote in der CSU aussprechen. Es sind vor allem die jungen Frauen, die eine solche Regelung kategorisch ablehnen.

Der Streit um die Einführung einer Frauenquote in der CSU geht weiter. Der Parteinachwuchs von der Jungen Union ist nicht bereit, den vor einer Woche mühsam ausgehandelten Kompromissvorschlag mitzutragen. Der Parteivorstand hatte sich am vergangenen Freitag auf ein abgestuftes Quotenmodell verständigt: Bei Wahlen muss ein Frauenanteil von 40 Prozent erreicht werden. Gelingt dies nicht, so ist die Wahl ungültig und muss wiederholt werden. Im zweiten Wahlgang soll die Quote dann aber nicht mehr gelten. Die Frauenunion hatte dieses Modell als Zugeständnis an die Quotengegner vorgeschlagen.

Jetzt kündigt Katrin Poleschner, stellvertretende Landesvorsitzende der Jungen Union, an: "Die Junge Union wird sich mehrheitlich gegen die Quote aussprechen." Auf dem Parteitag Ende Oktober werde man es notfalls auch auf eine Kampfabstimmung ankommen lassen.

Vor allem die Frauen in der Jungen Union lehnen eine Quote kategorisch ab, sie argumentieren, eine solche Regelung schade ihnen sogar im Fortkommen in der Partei, weil der Leistungsgedanke in den Hintergrund geraten könnte. Seit Wochen macht die Junge Union mit einer Kampagne gegen die Quote mobil , verteilt T-Shirts und Anstecker. Poleschner sagt: "Die Kampagne wird nicht eingestellt."

Sie habe in den vergangenen Tagen die Stimmung an der Basis beobachtet. "Die Rückmeldungen sind eindeutig. Die Mehrheit ist gegen eine Quote." Die ersten Bezirksverbände haben sich bereits offen dagegen ausgesprochen.

Mittlerweile sind die Chancen von Parteichef Horst Seehofer, den Konflikt noch vor dem Parteitag zu beenden, stark gesunken. Die Frauenunion unter Leitung der Europaabgeordneten Angelika Niebler pocht auf die Einführung einer Quote. Der Frauenanteil in der CSU liegt bei nur 18 Prozent.

Vor zehn Jahren hatte der Parteivorstand bereits beschlossen, sich besser um die Frauen in der Partei zu kümmern, passiert ist allerdings wenig. Seehofer sagte neulich: "Lippenbekenntnisse reichen nicht. Wir brauchen verbindliche Regelungen." Am Samstag trifft er sich mit CSU-Kreisvorsitzenden, um unter anderem für die Quote zu werben. An der Basis ist sie unpopulär.